Hitze ohne Ende

(Bild:  ClimateReanalyser)

In Schweden brennen die Wälder, und am Polarkreis könnte derzeit Strandurlaub gemacht werden

Die Trockenheit in weiten Teilen Nord- und vor allem Ostdeutschlands hält weiter an, und auch in der nächsten Woche ist wenig Besserung in Sicht. Während im Süden teils erhebliche Niederschläge zu erwarten sind, hält die Dürre den Rest der Republik im Griff. Dass das für die Bauern alles andere als erfreulich ist, haben wir bereits berichtet.

Lufttemperatur in zwei Metern Höhe über dem Boden (oder der Meeresoberfläche). (Bild: ClimateReanalyser)

Mehr noch als Deutschland sind weite Teile Skandinaviens von der Hitzewelle betroffen. Dort liegen die Temperaturen seit vielen Tagen erheblich über dem Durchschnitt, wie u.a. die Grafik mit den Wetterdaten für heute zeigt. Auch dort gehen die hohen Temperaturen mit einem Regendefizit und entsprechend großer Trockenheit einher.

Das Ergebnis sind unter anderem zahlreiche Waldbrände. In Schwedens Forsten brennt es an mehr als 50 Stellen, schreibt der Spiegel. Der Zivilschutz sei überfordert und eine Reihe der Brände außer Kontrolle geraten.

Abweichung der örtlichen Tagesmitteltemperatur vom lokalen Mittelwert für den jeweiligen Tag aus den Jahren 1979 bis 2000. (Bild: ClimateReanalyzer)

Daran konnten offenbar auch Löschfahrzeuge nichts ändern, die man sich bei südeuropäischen Ländern borgte. Auch Löschflugzeuge wurden in Italien und Frankreich ausgeliehen, eigene hat das dünnbesiedelte und sehr waldreiche Land bisher nicht. In einigen Fällen könne nur noch auf einen Wetterumschwung gehofft werden, doch der ist nicht in Sicht.

The Weather Channel spricht von einer Rekord-Hitzewelle. Im nordschwedischen Dorf Kvikkjokk am Polarkreis seien am Mittwoch 32,5 Grad Celsius gemessen worden, die höchste dort je registrierte Lufttemperatur. Auch in den benachbarten Regionen Norwegens und Finnlands wurden neue Rekorde registriert, wobei dort das Thermometer an einigen Mesststationen noch um bis zu einen Grad Celsius höher kletterte.

Die Grafik zeigt, wie stark der örtliche Niederschlag im Juni von den jeweiligen lokalen Durchschnittswerten für diesen Monat abwichen. (Bild: NOAA)

Das von der EU-Kommission betriebene Copernicus – European Drought Observatory hat eine Karte veröffentlicht, die Defizite der Bodenfeuchte auf den gesamten britischen Inseln, in weiten Teilen Skandinaviens, Deutschlands, in Westpolen sowie in größeren Teilen Weißrusslands und der Ukraine ausweist. (Über Russland werden offensichtlich keine Daten veröffentlicht.)

Im Rahmen der globalen Erwärmung werden derartige Wetterextreme offensichtlich häufiger. Die aktuelle Hitzewelle ist das Ergebnis einer seit Mai über Nordeuropa vorherrschenden Hochdrucklage, von der die Meteorologen erwarten, dass sie noch bis in den August hinein vorherrschen wird.

Die Stabilität dieser Wetterlage ist wiederum ein Ergebnis ungewöhnlich stabiler Höhenwinde. Für gewöhnlich mäandern die Höhenwinde in den gemäßigten Breiten um den Globus. Durch die Abschwächung des Temperaturkontrastes zwischen der Arktis und den südlicheren Zonen wandern diese Bänder aber weniger, sondern stehen länger auf der Stelle. Das Ergebnis sind ausgesprochene Hitze- und manchmal auch Kältewellen, je nachdem, wie die Windbänder gerade liegen.

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