Hochwasser: Alarm an fast allen großen Flüssen

An Donau, Rhein, Elbe und vielen ihrer Nebenflüsse ist die Lage kritisch. Scheitel des Hochwassers noch nicht erreicht

Erinnert sich noch jemand, wie seinerzeit im Sommer 2002 das Elbhochwasser Gerhard Schröder zum nicht mehr erwarteten Wahlsieg verhalf? Vielleicht bekommt ja Angela Merkel in den nächsten Tagen eine ähnliche Chance, in Gummistiefeln vor den Kameras zu posieren, auch wenn sie es zur Verbesserung ihrer Wahlchancen nicht unbedingt nötig haben dürfte.

Wie dem auch sei, am Sonntag deutet alles darauf hin, dass sich das Elbhochwasser wiederholen könnte. Aus der Tschechischen Republik berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg von einer sehr angespannten Situation an der Moldau, dem größten tschechischen Nebenfluss der Elbe. Einige Deiche seien bereits gebrochen.

In Prag wird eine Wiederholung der Überschwemmungen von 2002 befürchtet, die seinerzeit allein die tschechische Hauptstadt knapp eine Milliarde Euro gekostet hatte. Einige Bahnlinien und eine ganze Reihe von Straßen wurden bereits geschlossen. In einigen Ortschaften außerhalb der Stadt wurden Einwohner evakuiert.

Auch in Deutschland wird bereits in einigen Orten über Evakuierung nachgedacht. Einige süd- und südostdeutsche Städte haben den Notstand ausgerufen, und mancher Fluss tritt über die Ufer. Darunter auch die Mulde, ein Nebenfluss der Elbe, der schon 2002 seine Anwohner reichlich gebeutelt hatte. Aus dem Erzgebirge wird von überlaufenden Talsperren berichtet.

Warnlage des DWD am Sonntagnachmittag. Besonders betroffen Bayern und Sachsen. (Bild: DWD)

Betroffen sind aber nicht nur die Elbe und ihre Nebenflüsse. Auch von Donau und Rhein sowie zahlreichen ihrer Zubringer kommen ähnliche Nachrichten. An nahezu allen Flüssen ist die Rede davon, dass der Scheitel des Hochwassers noch nicht erreicht sei, das Wasser also in den nächsten Stunden noch weiter steigen werde. Viel wird also davon abhängen, ob der weit verbreitet Regen in den nächsten Tagen anhält.

Auch bei den österreichischen und Schweizer Nachbarn kämpft man mit den Wassermassen. Feuerwehren und andere Katastrophenhelfer haben alle Hände voll zu tun. Aus Vorarlberg, Österreichs westlichstem Bundesland, wird von sogenannten Muren-Abgängen berichtet. Eine Mure ist eine Lawine aus Schlamm und Geröll, die entsteht, wenn ein aufgeweichter Berghang seinen Halt verliert.

Die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes sind hier zu finden.

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