IHS prognostiziert 54 Millionen Roboterautos bis 2035

Peter Mühlbauer

Dem Wirtschaftsinformationsdienst nach werden Verkehrsunfälle Mitte des Jahrhunderts der Vergangenheit angehören

Der japanische Automobilhersteller Nissan kündigte im letzten Jahr an, dass Roboterautomobile aus seiner Fabrikation bereits 2020 auf den Markt kommen sollen. Der Google-Konzern, der ebenfalls am fahrerlosen Individualverkehr tüftelt, hatte solche Modelle sogar schon für 2018 angekündigt. Der nun erschienenen IHS-Automotive-Studie Emerging Technologies: Autonomous Cars - Not If, But When zufolge sind diese Schätzungen etwas zu optimistisch.

Den Berechnungen des Wirtschaftsinformationsdiensts zufolge wird es vollständige Self-Driving Cars (SDCs) erst um das Jahr 2030 herum geben. Automobile, die den Fahrer durch Künstliche Intelligenz und Vernetzung weitgehend von Aufgaben freistellen, erwarten die Analysten allerdings schon fünf Jahre davor. Der Mehrpreis gegenüber traditionellen PKWs wird IHS zufolge zu diesem Zeitpunkt zwischen fünf- und siebeneinhalbtausend Euro liegen und bis 2030 auf dreieinhalbtausend sinken. 2035 muss ein Käufer dann angeblich nur noch gut 2000 Euro mehr hinblättern, wenn er sich einen Roboterwagen herumfahren lassen will.

2035 soll der jährliche Absatz dieser beiden Fahrzeugtypen der Studie nach bereits bei 11,8 Millionen liegen. Sieben Millionen davon sollen sich fahrerkontrolliert und 4,8 Millionen autonom auf den Straßen der Welt bewegen. Insgesamt sollen dann bereits 54 Millionen SDCs unterwegs sein. Bis sie herkömmliche Kraftfahrzeuge weitgehend verdrängen, dauert es dann noch mindestens fünfzehn Jahre. Danach sollen Verkehrsunfälle weitgehend der Vergangenheit angehören. Das meint zumindest der IHS-Analyst Egil Juliussen, der die Studie zusammen mit Jeremy Carlson verfasst hat.

Ihm zufolge werden auch Staus, Energieverschwendung und Luftverschmutzung deutlich abnehmen, weil SDCs darauf programmiert werden können, sich auch hinsichtlich dieser Parameter optimal zu verhalten. Potenzielle Probleme sieht die Studie vor allem in zwei Bereichen: Dem Rechtsrahmen, der die Verantwortung zwischen Hersteller und Betreiber regeln muss, und der Angreifbarkeit der Software von Außen.