IWF: Hauptgefahr geht gegenwärtig von Staatsschulden und drohendem Staatsbankrott aus

Die wichtigste Aufgabe sei nun die Konsolidierung der Haushalte und die Regulierung des Finanz- und Bankensystems

In seinem neuen Global Financial Stability Report warnt der Weltwährungsfonds, dass gegenwärtig die steigende Staatsverschuldung die Hauptgefahr für das globale Finanzsystem darstellt. Zwar würde sich die Wirtschaft langsam auch wegen der Konjunktur- und Bankenrettungsprogramme erholen, die viele Staaten beschlossen haben, die Kehrseite sei aber nun, dass die neuen Schulden das "souvereign risk" erhöhen, also dass die Staaten bankrott gehen, weil sie das Geld zur Begleichung der Schulden nicht mehr aufbringen können.

Die anschwellenden Schuldenberge führen dazu, dass die Staaten für neue Kredite höhere Zinsen bezahlen müssen, was wiederum eine Dämpfung des Wirtschaftswachstums bewirken kann und die Regierungen handlungsunfähig macht. Griechenland wird vom IWF als alarmierendes Beispiel genannt

Allerdings heißt es auch, dass das Finanzsystem zwar noch fragil, aber doch weitgehend stabilisiert worden sei. Manche befürchteten Folgen seien auch nicht so eingetreten, wie man dies erwartet habe. Beispielsweise müssten die Banken nicht 2,8 Billionen US-Dollar an Krediten abschreiben, sondern nach den neuen Schätzungen "nur" 2,3 Billionen. Davon seien um die 1,5 Billionen bereits abgeschrieben.

Die Gefahren seien daher vom privaten Sektor auf den staatlichen gewandert. Beruhigend wird versichert, dass es zumindest bislang noch keine Anzeichen für neue Blasen in den Schwellenländern wie China gebe. Die wichtigste Aufgabe sei nun die Konsolidierung der Haushalte durch Steuererhöhungen, Ausgabenkürzungen und andere Maßnahmen sowie die Regulierung des Finanz- und Bankensystems. "Das Zeitfenster für eine wirkliche Reform schließt sich schnell", mahnt der IWF.

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