IWF sieht kein Licht am Ende des Tunnels

Der Internationale Währungsfonds macht vielmehr deutliche Parallelen zur Großen Depression aus.

Ausgerechnet der IWF schüttet nun Wasser in den Wein von US-Präsident Barack Obama und anderer, die "Hoffnungsschimmer" sehen, dass die Talsohle der Finanz- und Wirtschaftkrise durchschritten sei. Dem gut orchestrierten psychologischen Feldzug, unterstützt von aufgehübschten Bankbilanzen, die angeblich wieder Milliardengewinne ausweisen, setzt der IWF eine pessimistische Prognose entgegen.

Er sieht im Bericht Ausblick für die Weltwirtschaft Parallelen zur Großen Depression. "Die Tatsache, dass der aktuelle Abschwung weltweit synchron auftritt und mit einer tiefen Finanzkrise einhergeht, legt nahe, dass er lange andauert und die anschließende Erholung schwach ausfällt", meinen die Experten. Während die Rezession in solchen Fällen typischerweise zwei Jahre dauere, brauche es noch einmal dreieinhalb Jahre, bis die Wirtschaftsleistung wieder den Stand wie zu Beginn des Abschwungs erreicht habe.

Obwohl es zur Großen Depression in den frühen 30er Jahren Unterschiede gebe, weil die Staaten und Notenbanken schnell reagiert hätten, sieht der Fonds doch "beunruhigende Parallelen". An die Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren erinnerten der Verfall der Vermögenspreise, die schleppende Kreditvergabe der Banken und das fehlende Vertrauen der Finanzakteure. Um die Risiken einer Schulden erhöhenden Deflation einzudämmen, mahnte der IWF schnelles Handeln an: "Eine aggressive Geld- und Fiskalpolitik ist notwendig."

Die Geldpolitik spiele zwar eine wichtige Rolle bei der Rezessionsbekämpfung. Doch stelle sich die Wirkung nach einer Finanzkrise schwächer dar. Angesichts der ausufernden Staatsverschuldung in vielen Ländern warnt der IWF: "Es muss Sorge dafür getroffen werden, die Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen auf mittlere Sicht hin nicht zu beschädigen." Der "Schlüssel für den Aufschwung" sei die Wiederherstellung von Vertrauen im Finanzsektor verbunden mit der Sanierung der Banken-Bilanzen.

Der IWF hechelt mit der Einschätzung der Beschreibung der Weltbank hinterher, die bisher in der Krise stets deutlich näher an der Realität lag, als die Schwesterorganisation. Der IWF hatte lange das Ausmaß der Krise unterschätzt oder zu verharmlosen versucht und muss ständig seine zu optimistischen Prognosen nach unten korrigieren. Angesichts der neuen Aufseherrolle, die ausgerechnet dem IWF als Finanzmarktkontrolleur zugedacht wird, versucht der IWF nun offenbar realistischere Prognosen zu erstellen.

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