"Ich wähle keine Spielekiller!"

Die Zeitschrift PC Games mischt sich in den Landtagswahlkampf in Bayern ein

Nach dem Abgang von Edmund Stoiber scheint es, als ob sich die einst propagierte Kombination von Laptop und Lederhose relativ deutlich in Richtung des letzteren Utensils verschoben hat: Zuletzt machten Justizministerin Beate Merk und Innenminister Joachim Herrmann mit Vorschlägen auf sich aufmerksam, die in zahlreichen Foren als Armutserklärung in Sachen IT-Kompetenz aufgefasst wurden.

Die Zeitschrift PC Games reagierte nun mit der Aktion "Ich wähle keine Spielekiller!" auf Herrmanns sehr umfassende Spieleverbotspläne und versucht mit einem vorformulierten Brief an alle Abgeordneten der bayerischen Regierungspartei den Ärger des computerspielenden Drittels der Bevölkerung zu kanalisieren. Mit dem Schreiben können Wähler CSU-Abgeordneten ankündigen, die Partei am 28. September nicht zu wählen. Als Begründung wird unter anderem eine "mangelnde Bereitschaft, sich mit einem neuen Medium auseinanderzusetzen" angeführt.

Neben dem Brief stellt PC Games auf der Protestwebsite auch einen Link auf eine vollständige Liste der CSU-Landtagsabgeordneten mit E-Mail-Adressen und Telefaxnummern zur Verfügung. Darüber hinaus sollen Verbotsgegner auch die Infostände der Partei nutzen und den dort herumstehenden Wahlkämpfern die Protestschreiben in die Hand drücken, anstatt Broschüren von ihnen anzunehmen.