Im Keller sieht es finster aus

Obwohl die Sonne vom Himmel bruzzelt, wird zum Duschen, Baden, Waschen immer noch fast ausschließlich Gas und Öl verfeuert - Sonnenwärme wird weiter kaum genutzt

Neue Gebäude brauchen durch ihre bessere Dämmung immer weniger Energie für die Heizung - der Anteil des Energieverbrauchs für warmes Wasser wird dadurch immer dominanter. Eigentlich ein ideales Einsatzgebiet für die Nutzung der Sonnenwärme. Eigentlich, denn warmes Wasser wird das ganze Jahr über gebraucht. Trotzdem findet eine Nutzung der Solarthermie in deutschen Gebäuden noch immer nur als Randphänomen statt.

Der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e .V. (BDH) und der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks Zentralinnungsverband (ZIV) haben dazu gerade eine Bestandsausnahme der Heizungen in Deutschland veröffentlicht. Ergebnis: Die Brenner sind in der Mehrzahl nicht nur veraltet; sie nutzen auch kaum erneuerbare Energiequellen, selbst wenn diese im Überfluss vorhanden sind.

Von den 20,5 Mio. zentralen Wärmeerzeugern sind danach 71 Prozent ineffizient. Das heißt, dass sie z.B. den Brennwert (die Energie im Abgas) nicht nutzen, Verteilung und Heizflächen nicht hydraulisch abgeglichen sind (d.h. nach dem Zufallsprinzip durchströmt werden), in ihnen alte stromschluckende Pumpen vor sich hin werkeln, Verteilnetze nicht gedämmt sind, etc. Nur 17 Prozent der Anlagen sind technisch auf Stand der Technik und nutzen erneuerbare Energie für die Warmwasserbereitung und/oder Heizungsunterstützung.

Dabei sehen die Installationszahlen von Brennersystemen für regenerative Energieträger erst mal gar nicht schlecht aus. Inzwischen sind 0,6 Mio. Wärmepumpen, 0,9 Mio. Biomassekessel und 1,9 Mio. Solarthermie Anlagen (mit 17,5 Mio. m2 Kollektorfläche) installiert. Nur: bei knapp 41 Mio. Haushalten in 18,5 Mio. Wohngebäuden und noch einmal weiteren 2,5 Mio Nichtwohngebäuden ist das noch immer nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

In deutschen Heizungskellern sieht es so weiter recht finster aus. Gerade mal bei den Gasheizungen sind effizientere Systeme relativ weit verbreitet. So liegt bei den Gasheizungen der Anteil der Brennwertkessel mittlerweile bei gut einem Drittel (noch 8,9 Mio. alte Heizwertgeräte und bisher 4,2 Mio. Gas-Brennwertgeräte), doch schon bei den Ölheizungen bleibt man nach dem Motto "Die im Dunkeln sieht man nicht" weiter gerne betont konservativ. Neben 5,3 Mio. alten Heizwertkesseln haben bisher nur 0,6 Mio. Öl-Brennwertkesseln den Einzug geschafft.