In 9 Prozent der Fische wurde Plastikmüll gefunden

Allein im Nordpazifikwirbel sollen Fische nach einer Studie Zehntausende von Tonnen von Plastik jährlich aufnehmen

Dass sich in den Meeren Plastikteile anhäufen, riesige Inseln bilden und Kleinteile den Meeresboden überziehen, ist bekannt. Nun haben US-Wissenschaftler vom Scripps Institution of Oceanography erstmals belegt, was eher anekdotisch bekannt war, nämlich in welch hohem Ausmaß der Plastikmüll auch in den Fischen landet.

Während der Scripps Environmental Accumulation of Plastic Expedition ( SEAPLEX), die im Jahr 2009 stattfand und von Kalifornien bis zum Nordpazifikwirbel (North Pacific Gyre) führte ( Gigantische Plastikmüllhalde im Meer), der wegen der dort vorhandenen Plastikmüllteile auch Great Pacific Garbage Patch genannt wird. Bis zu einer Million Plastikteilchen aller Größen soll es hier in jedem Quadratkilometer geben. Das Meer ertrinkt gewissermaßen in Millionen von Tonnen an Plastik, das unsere Zivilisation billig in Unmengen produziert, ohne an die Folgen zu denken ( Plastik vergiftet die Meere).

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Zwei Laternenfische und Plastikteilchen, die während SEAPLEX dem Meer entnommen wurden. Bild: SCRIPPS/J. Leicther

Das Plastik, das man hier findet, ist meist durch die Wellen mechanisch zu kleinen Teilchen zerrissen worden, die auch von den Meerestieren, selbst von den Planktonlebewesen aufgenommen werden. Der Großteil der Plastikteilchen sinkt auf den Meeresgrund. Das sich überdies durch Regen und Sonne zersetzende Plastik setzt aber auch zahlreiche Gifte frei, die auch für die Tiere, die Plastikteilchen fressen, gefährlich werden und beispielsweise Krebs verursachen können.

Für die Studie wurden in unterschiedlicher Tiefe Fische gefangen, Wasserproben genommen und Plastikteile eingesammelt. 141 Fische von 27 Arten wurden seziert, in 9,2 Prozent fanden sich im Magen Plastikteile, die meist so klein waren, dass sich ihre Herkunft nicht ermitteln ließ. Aus der Probe schließen die Wissenschaftler, dass die Fische im Nordpazifik im Jahr zwischen 12- und 14.000 Tonnen an Plastik fressen. Da Fische Plastikteile wieder ausspucken oder ausscheiden, aber auch daran sterben können, dürften die 9 Prozent aber noch zu niedrig angesetzt sein. Bei der Studie ging es allerdings nur um die Aufnahme von Plastik, welche Folgen dies hat, wurde nicht erforscht. Die Mehrzahl der sezierten Fische gehörten zu den Laternenfischen, die in einer Tiefe von 200-1000 Metern leben, sich von Plankton ernähren und von größeren Fischen - mitsamt Plastik - gefressen werden.

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