In Bildern sprechen

Neben der Spur

Emoji sind eine Art von verkürzter Sprachleistung. Schön. Aber vielleicht übertreibt es SpeakEmoji auch

Vilém Flusser hätte sich schon gefreut, wenn er das aktuelle Aufkommen an Nachrichten auf Smartphones heutzutage noch gesehen hätte. Schließlich verkürzen diese kleinen Putzelbildchen den Sprachakt, komprimieren ihn auf ein einziges Zeichen und können eine Menge darin ausdrücken. Also in etwa so, wie ein einzelner Fußball auf einem Bildschirm meinem Sohn Aris auch so viel mitteilen kann, dass er mir stundenlang von nachher erzählen muss (meistens breche ich beim Morgengrauen ab und schicke ihn ins Bett). Aber diese Emoji-Kultur hat einen wesentlichen Unterschied zu Fußbällen. Frauen interessieren sich fast mehr für sie.

(Willkommen im Klischee, aber bitte nur einen Absatz lang...versprochen.)

Man mag sie ja mögen oder nicht, aber sie gehören inzwischen auch zum festen Bestandteil der virtuellen Smartphone-Tastatur. Und es wäre auch wunderschön, wenn alle Menschen alle diese Bildchen quasi als grafisches Esperanto verstehen würden.

Ob der Weg, den SpeakEmoji einschlägt, dabei aber weiterhilft, das wissen wir nicht. Wenn man denn die Browserversion auf einem Chrome-Browser aufstartet und dann nach einem Klick das Sprechen anfängt, sieht man auch so ein dümmliches Icongesicht, das einem suggeriert, da würde jemand zuhören. Und überraschenderweise treten dann nach dem ersten Nachdenken auf dem Server auch Icons auf, die am Bildschirm ausgegeben werden. Also so eine Art von Speech-to-Emoji-Engine.

Ein bisschen so, wie man früher seine Liebesbriefe nur aus Spaß in WingDings oder Zapfbats oder wie das alles hieß konvertierte...und dann aus Versehen die konvertierte Version ausgedruckt in einen Umschlag steckte...die meisten von uns blieben dann Single. :-)

Wäre da nicht der ironische Video zur App, man wäre gelangweilt. Aber so versteht man (und das ließe sich jetzt sicher in ein Emoji umwandeln), dass die Developer der App es nicht gaaaanz so seriös und verkniffen meinen.

Danke. In diesem Sinne: Noch ein schönes 2015!

Kommentieren
Anzeige