In Malaysia sollen homosexuell orientierte Jugendliche früh erkannt werden

Im muslimisch geprägten Malaysia ist Homosexualität verboten, nun wurden Richtlinien mit Symptomen veröffentlicht, mit denen sich homosexuell orientierte Jugendliche erkennen lassen sollen

Nicht nur manche christliche Kirchen sehen in Homosexualität eine Sünde und einen Verstoß gegen die von Gott verordnete Ehe zwischen Mann und Frau, auch für viele Muslime ist Homosexualität verwerflich, in vielen muslimisch geprägten Staaten ist Homosexualität verboten, in einigen wie in Iran, in Saudi-Arabien, im Jemen oder in den Vereinigten Arabischen Emiraten steht sogar die Todesstrafe auf das von der religiösen Norman abweichende Verhalten. Auch in Malaysia ist Homosexualität verboten, weil analer oder oraler Geschlechtsverkehr nach dem Strafgesetzbuch 574, Artikel 377, gegen die "Natürliche Ordnung" verstößt. Wer dies freiwillig macht, kann zu einer Gefängnisstrafe bis zu 20 Jahren und Auspeitschen verurteilt werden.

Obgleich Verurteilungen wegen Homosexualität in Malaysia - Staatsreligion ist der Islam, 60% der Bevölkerung sind Muslime, 20 Prozent Buddhisten, 9 Prozent Christen, 6 Prozent Hindus - bislang selten waren, will man im Erziehungsministerium nun mobil machen und vor allem präventiv wirken. Unterstützt werden vom Ministerium Richtlinien zur Erkennung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT), die vom Putrajaya Elternrat, der Lehrerorganisation Yayasan Guru Malaysia Bhd und Lehrerverbindungen wurden am Donnerstag veröffentlicht wurden. Der stellvertretende Erziehungsminister Mohd Puad Zarkashi erklärte zur Eröffnung des Seminars für Lehrer und Eltern, dass die Bekanntgabe der Symptome von Homosexuellen das beste Mittel sei, die Ausbreitung des ungesunden Phänomens bei den Schülern zu verhindern: "Jugendliche werden leicht durch Websites und Blogs von LGBT-Gruppen beeinflusst. Das kann sich auch auf ihre Freunde verbreiten. Wir sind in Sorge, dass dies während der Schulzeit geschieht." Bislang wurden mit der genannten Veranstaltung 10 solcher Seminare durchgeführt, um Eltern und Lehrer über die gefährlichen Symptome "aufzuklären", so dass erzieherische Maßnahmen eingeleitet werden können.

Nach den Richtlinien lassen sich Schwule angeblich an ihren muskulösen Körper erkennen, sie tragen offenbar gerne einen V-Ausschnitt und ärmellose Kleider, um ihren Körper zu zeigen. Sie neigen zu enger und heller Kleidung, werden von Männern angezogen und nehmen gerne mal Handtaschen wie Frauen mit, wenn sie ausgehen. Lesben werden, wer hätte es gedacht, von Frauen angezogen, aber sie distanzieren sich, abgesehen von ihren Freundinnen, von anderen Frauen. Sie verbringen ihre Freizeit und ihre Mahlzeiten mit Frauen und schlafen auch mit Frauen. Und sie werden von Männern nicht angezogen. "Wenn Kinder diese Symptome zeigen", so die Richtlinien, "sollte man ihnen schnell Aufmerksamkeit widmen", sie also beobachten und ihnen die homosexuellen Neigungen austreiben.