In Südkorea mussten vier Reaktoren abgeschaltet werden

In insgesamt sechs Reaktoren waren betrügerisch ungeprüfte Kontrollkabel verlegt worden

Während Südkorea den Bau des zweiten Reaktors von insgesamt vier in den Vereinigten Arabischen Emiraten beginnt, mussten im Land selbst heute zwei Reaktoren abgeschaltet, weitere zwei durften nach einer Routineinspektion nicht wieder angefahren werden.

Grund ist einmal wieder, dass nicht genehmigte Teile, in diesem Fall Kontrollkabel, verwendet wurden. Die Atomsicherheitsbehörde erklärt, dass niemals eine Gefahr bestanden habe. Erst letztes Jahr mussten zwei Reaktoren abgeschaltet werden, weil Tausende nicht-lizenzierter Teile in sie verbaut worden waren.

Damit sind 10 der insgesamt 23 Reaktoren abgeschaltet, weswegen Sorgen aufkommen, dass es im Sommer zu Stromengpässen oder Blackouts kommen könnte. Das Industrie-, Handels- und Energieministerium hat bereits eine Notsitzung einberufen.

In insgesamt 6 Reaktoren waren solche nicht geprüften und genehmigten Kabel mit jeweils 5 km Länge verlegt worden. Über die Kabel werden Signale geleitet, wenn es irgendwo zu Vorfällen kommt, beispielsweise zum Austreten von Radioaktivität. Zwei der Reaktoren im AKW Shin Kori sollten angefahren werden, die zwei weiteren, in denen die Kabel verlegt wurden, sind noch nicht fertig gebaut.

Offenbar wurde ein Testergebnis für das Kabel in einem kanadischen Labor von einem Mitarbeiter gefälscht. Ende April hatten die südkoreanische Behörden einen Hinweis auf den Betrug erhalten und Untersuchungen eingeleitet. Letzte Woche erhielten sie die originalen Testergebnisse, die die Fälschung bestätigten. Angeblich habe man noch nicht herausgefunden, warum der Mitarbeiter dies gemacht hat, allerdings ist unschwer zu vermuten, dass dabei Geld vom Hersteller geflossen sein dürfte.

Nun kann es Monate, wenn nicht länger dauern, bis die vier Reaktoren wieder ans Netz können, da nicht nur die Kabel ausgetauscht, sondern die neuen Kabel auch noch einmal geprüft werden müssen. Präsidentin Park Geun-hye macht sich Sorgen, weil damit erneut die Korruption in der Atombranche deutlich wurde und Auslandsgeschäfte gefährdet werden könnten. Sie forderte in einer Kabinettssitzung, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden müssen: "Wir müssen alle Probleme, wenn es welche geben sollte, offen legen und alle Maßnahmen ergreifen, damit so etwas nicht mehr vorkommt."

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