In den USA geht es weiter bergab

Fast zwei Millionen Menschen haben in den USA in diesem Jahr ihren Job verloren.

Die neuen Daten vom Arbeitsmarkt fallen sogar noch deutlich schlechter aus, als ohnehin erwartet worden war. Die Zahl der erstmaligen Anträge auf Arbeitslosengeld ist in der vergangenen Woche in den USA auf 586 000 gestiegen. So viel, wie es seit 1982 nicht mehr waren. Schon im November gingen außerhalb der Landwirtschaft in den USA mehr Stellen verloren, als allgemein erwartet wurde.

Anders als es die Konsumenten in der BRD noch im Weihnachtsgeschäft taten, wollen in den USA viele nicht mehr ans Geldausgeben denken. Allerdings warnten die Wirtschaftsinstitute in der BRD, man solle diesen Kaufrausch nicht überbewerten, denn alsbald werde die Konsumlaune durch steigende Arbeitslosigkeit wie in den USA getrübt.

Wer auf der anderen Seite des Atlantiks noch Arbeit hat, der spart. So stieg ausgerechnet mitten in der Krise die Sparrate im November auf 2,8 % des verfügbaren Einkommens. Im Oktober lag sie noch bei 2,4 %. Das ist zwar ein niedriges Niveau, zeigt aber, dass die Amerikaner ihr Geld lieber auf dem Konto ansammeln, anstatt den Konsum anzukurbeln. Insgesamt sanken die Konsumausgaben im November den fünften Monat in Folge, weiter, womit die US-Wirtschaft, die sich schon seit einem Jahr in der Rezession befindet, auch im vierten Quartal weiter geschrumpft ist. Der private Konsum macht etwa zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus.

Auch die US-Notenbank springt nun General Motors bei. Der konzerneigene Kreditfinanzierer GMAC darf sich zur Bank umwandeln, um staatliche Hilfen aus dem 700-Millaraden Rettungspaket zu erhalten. Die FED könnte auch direkt mit Notkrediten beispringen, sie erklärte am späten Mittwoch in Washington, wegen der Krise an den Finanzmärkten sei GMAC in eine Notlage geraten. Ohne die Umwandlung in eine Bank hätte GMAC alsbald Gläubigerschutz beantragen müssen, womit die Situation von General Motors weiter verschlimmert worden wäre. GMAC stellt Finanzierungen für Händler und Kunden von GM bereit, vergibt aber auch Immobilienkredite. Im Fall einer Insolvenz hätten gut 80 % der GM-Händler in den USA keinerlei Finanzierungsmöglichkeit mehr gehabt.

Trotz der Nothilfe der US-Regierung droht aber den US-Autobauern GM und Chrysler weiter die Zahlungsunfähigkeit. Die Ratingagentur Fitch geht davon aus, dass trotz der gut 17 Milliarden Euro als Nothilfe die Insolvenz nicht abzuwenden ist. Moody's sieht das ganz ähnlich und bezieht auch Ford ein. Die Absatzzahlen sind auf den tiefsten Stand seit 1982 gesunken, weshalb Chrysler nun Produktionsstopp von mindestens vier Wochen angekündigt hat. GM will die Bänder bis Ende Januar stoppen und auch Ford drosselt die Produktion.

Zunächst dürfte Chrysler die Insolvenz anmelden, meint die US-Bank JP Morgan in einer Studie. Die Konzerne 2009 weiter am Leben zu erhalten, wäre sehr kostspielig: Moody's geht von bis zu 125 Milliarden Dollar aus. Dabei steuern die USA mit den Billionen, die sie in Rettungspakete stecken, auf eine nie gekannte Staatsverschuldung zu. Wie der neue Präsident Obama aus dieser Klemme kommen will, ist bisher nicht klar. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die FED Geld drucken wird, womit ein Dollar-Crash immer wahrscheinliche wird.