In der Atomanlage Tricastin ist radioaktiver Kohlenstoff-14 ausgetreten

Zum dritten Mal seit Anfang ist Socrati, eine Tochtergesellschaft von Areva, für eine Panne in der Atomanlage Tricastin verantwortlich.

Erneut hat sich in der Atomanlage Tricastin ein Vorfall ereignet, dieses Mal auf der Gefährdungsstufe 1. Und wieder handelte es sich um Socatri, ein Subunternehmen des Atomkonzerns Areva, das auf dem Gelände des Kraftwerks für die Dekontaminierung von Atommüll und die Verarbeitung von Uran durch die Wiederaufbereitungssanlage Eurodif verantwortlich ist. Anfang Juli war radioaktiv kontaminiertes Wasser in zwei Flüsse gelangt. Am 23. Juli waren 100 Mitarbeiter bei einer Panne leicht verstrahlt worden.

Am Montag, der vierten Panne seit Anfang Juli in Tricaatin, wurde bei der Entsorgung von medizinischem Atommüll, der von der nationalen Behörde für radioaktive Abfälle (ANDRA) stammte, das radioaktive Isotop Kohlenstoff-14 freigesetzt. Die Atomaufsichtsbehörde ASN hatte bereits im Juli eine Grenzwertüberschreitung für den Juni festgestellt, woraufhin zwar Socatri die entsprechenden Arbeiten eingestellt hatte, aber gleichwohl weiter Gase ausgetreten sind. Gestern ordnete die ASN den Stopp für alle Aktivitäten bis zum Jahresende an, bei denen Kohlenstoff-14 anfällt. Der Jahresgrenzwert ist mit 5 Prozent überschritten worden. Nach Angaben von ASN seien die Auswirkungen der durch den Austritt erhöhten Strahlendosis von einigen Mikrosievert auf die Bevölkerung und die Umwelt "sehr lecht".

Areva führt den Austritt von radioaktiven Kohlenstoff-14 auf die Lieferung von medizinischem Abfall zurück, bei dem der erklärte Inhalt nicht mit dem tatsächlich enthaltenen Material übereingestimmt haben soll. Man habe dies bei Empfang des Mülls nicht entdecken und daher keine entsprechenden Maßnahmen einleiten können. Das Problem habe nichts mit der Atomanlage selbst zu tun, wird versichert.

Die im Netzwerk Sortir du nucléaire organisierten französischen Kernkraftgegner fordern die sofortige und endgültige Schließung von Socatri und eine unabhängige Überprüfung aller Anlagen von Areva.

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