Internationales Konsortium will das Genom von mehr als 1000 Menschen sequenzieren

Ziel des ehrgeizigen Projekts ist es, die Genvarianten bei den Menschen genauer zu erfassen.

Das 1000 Genomes Project, ein internationales Forschungsprojekt, will mit neuen Verfahren innerhalb von drei Jahren das Genom von mindestens tausend Menschen aus aller Welt sequenzieren. Federführend an dem 50 Millionen US-Dollar Projekt sind das Wellcome Trust Sanger Institute, das Beijing Genomics Institute und das National Human Genome Research Institute (NHGRI). Nach einer einjährigen Pilotphase sonnen dann täglich 8,2 Milliarden Basenpaare oder das Gesamte Genom von zwei Menschen sequenziert werden.

Ziel des Projekts ist Erstellung der bislang genauesten Karte der genetischen Variationen. Bislang sei es möglich gewesen, die genetischen Variationen bei 10 Prozent der Menschen zu erfassen, jetzt sollen auch solche identifiziert werden, die bei nur einem Prozent auftreten. Grundlage des Sequenzierungsprojekts ist die vom International HapMap Projekt erstellte Datenbank von einzelnen genetischen Varianten, den SNPs. Dazu sollen nun die Varianten auf struktureller Ebene kommen.

Die Daten sollen wie bereits beim Humangenomprojekt allen zugänglich gemacht werden. Die Menschen, die ihre Gene zum Sequenzieren zur Verfügung stellen, sollen anonym bleiben, medizinische Informationen werden nicht erhoben. Die ersten tausend Proben stammen von Menschen, die ihre genetischen Daten bereits dem HapMap-Projekt übergeben haben. Um es zu erschweren, dennoch genetische Daten mit Personen zu verbinden, waren damals schon mehr Spender aufgelistet worden, als tatsächlich gebraucht wurden. Die genetischen Daten werden allerdings von Informationen begleitet, aus welcher Population und Region der Spender kommt. Eine Expertengruppe begleitet das Projekt, um die die ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Fragen zu klären.

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