Internet macht Geld

Neben der Spur

Überraschung: Das Internet ist ein Wirtschaftszweig geworden, von dem allein in den USA 1,2 Millionen Jobs abhängen, sagt eine Studie.

Das ist doch einmal eine schöne Zusammenfassung. Einer Studie des IAB in New York zufolge haben alleine in den USA 1,2 Millionen Menschen ihre Jobs der Verbreitung des Internets zu verdanken. Mittels dieses Mediums kann man dort angeblich 2,1 Prozent des Bruttosozialprodukts generieren. Immerhin kaufen ja auch 10 Prozent aller US-Bürger brav online ein. So verlagert sich zumindest ein kleiner Anteil der dortigen Wirtschaft in die digialen Kanäle.

2,1 Prozent sind nicht gerade viel in einer Zeit, in der die Wirtschaft der westlichen Staaten angeblich im laufenden Jahr um 3 Prozent schrumpfen soll. Und dass Karstadt und Opel demnächst zu Hunderten umgeschulte Arbeitskräfte mit der Maus in der Hand in die Freiheit entlassen könnte, ist auch nicht gerade eine Wunschvorstellung. Das Jahrhundert mit den meisten arbeitslosen Webdesignern haben wir ja hinter uns. Aber alleine die Automobilzulieferer Automobilzulieferer-Weltweit-1,1-Millionen-Jobs-Kippe/701257.html: befürchten in den nächsten Monaten einen Verlust von 1,1 Millionen Arbeitsplätzen. Und wie und wo sollen hier neue Stellen entstehen, wenn die Stammindustrien mit weniger Arbeitskraft auskommen.

Die Zahlen ernüchtern deshalb auch, weil eine digitale Ökonomie sicher höhere Erwartungen in den Jobmarkt setzt. Nicht alles ist downloadbar, manche technische Erfindung vielleicht sogar einfach Schrott und nicht brauchbar. Aber ein wenig mehr wäre angesichts der immensen Nutzung des Webs zu erwarten gewesen. Naiverweise.

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