Internetrecht-Versicherung

ARAG will Online-Schutz für Privatkunden auf dem deutschen Markt etablieren

Bislang klammerten die deutschen Rechtsschutzversicherer in ihren Bedingungen Medienrecht aus, sodass insbesondere Streitigkeiten mit Bezug zum Persönlichkeitsrecht oder irrtümlichen Urheberrechtsverstößen stets aus eigener Tasche finanziert werden mussten. Nunmehr will die ARAG für Privatleute diese Lücke schließen und bietet als erster Versicherer ein umfangreiches Paket an Übernahme-Leistungen an.

So will die Gesellschaft einspringen bei Beleidigung, Verleumdung oder Rufschädigung im Internet sowie bei Durchsetzung von Schadenseratzansprüchen bei Identitäts-Missbrauch. Sie bietet die Kostenübernahme für die Löschung reputationsschädigender Online-Inhalte, einen aktiven Straf-Rechtsschutz für Anzeigeerstattung wegen Rufschädigung im Netz, Straf-Rechtsschutz bei irrtümlichem Download oder angeblichem Verstoß gegen Urheberrechte sowie Straf-Rechtsschutz auch für den Vorwurf der Beleidigung im Internet und angeblicher Hackerattacken an. Die Police soll auch Streitigkeiten im manchmal sogenannten „eBay-Recht“ abdecken.

Nach Auskunft der ARAG halten 43 Prozent der Deutschen einen Versicherungsschutz gegen Onlinemobbing für notwendig. Für Blogger, Twitterer und Forennutzer besonders interessant ist der Rechtsschutz gegen den Vorwurf rechtswidriger Äußerungen, bei denen man schnell einen kostspieligen Termin z.B. am Landgericht Hamburg erhält. Derartige Streitigkeiten sollen allerdings nur im privaten Bereich übernommen werden, politisch kontroverse Blogger veröffentlichen also auch nach wie vor auf eigenes Risiko.

Kompetenz für das Internetrecht darf man der ARAG zubilligen. Letzten Monat heuerte das Düsseldorfer Unternehmen den Lawblogger Udo Vetter für eine exklusive Kolumne an. Sollte sich die Finanzierung medienrechtlicher Streitigkeiten in Deutschland etablieren, ist mit einem massiven Anstieg von entsprechenden Prozessen zu rechnen.