Iran und Syrien sind in der muslimischen Welt isoliert

Saudi-Arabien hat die Organisation Islamische Konferenz nach Mekka eingeladen, um die syrische Opposition zu unterstützen

Trotz der Proteste der iranischen Regierung wurde die syrische Regierung zeitweise von der Organisation Islamische Konferenz ( OIC), der 57 Staaten angehören, in denen 1,5 Milliarden Muslime leben, ausgeschlossen. Eine große Mehrheit der Mitgliedsstaaten, deren Vertreter sich im saudischen Mekka trafen, hatte dies gestern Abend aufgrund des brutalen Vorgehens des Assad-Regimes gegen die eigene Bevölkerung beschlossen.

Zu dem Solidaritätstreffen, zu dem Saudi-Arabien geladen hatte, um für die Unterstützung der syrischen Opposition zu werben, war auch der iranische Präsident Achmadinedschad angereist, um den Ausschluss zu verhindern und die Machterhaltung des Regimes zu sichern.

Iran ist im Augenblick der einzige Staat im Nahen Osten, der das Assad-Regime unterstützt, obgleich man sich scheinheilig auch hinter den Arabischen Frühling stellte - allerdings halt nur dann, wenn es den eigenen Interessen diente. In Syrien stellen sich die staatlichen Medien hinter das Assad-Regime und berichten, dass die Opposition aus Kriminellen und Terroristen bestehe, die vom Ausland gesteuert würden. Ebenso instrumentalisieren Saudi-Arabien und Katar die syrische Opposition, die wesentlich von Sunniten getragen wird, während sie selbst alles unternehmen, um die Ausbreitung der Demokratisierungsbewegung in ihren Ländern zu verhindern.

Mit einer "absoluten Mehrheit" der Außenminister wurde die Mitgliedschaft der syrischen Regierung suspendiert; endgültig beschlossen wird dies aber erst heute von den Regierungschefs. Für saudische Medien steht aber jetzt schon fest, dass die syrische Regierung "in der islamischen Welt total isoliert" ist.

OIC-Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu erklärte, dass es kaum Opposition gegeben habe. Er forderte Assad auf, auf die kollektive Stimme der muslimischen Welt zu hören und zurückzutreten. In der Eröffnungsrede hatte er am Montag gegenüber Assad gesagt, dass "die Politik der verbrannten Erde niemals eine Garantie für Stabilität oder Sicherheit gewesen ist". Syrien habe einen "dunklen und endlosen Tunnel" betreten.

Währenddessen behauptete der geflüchtete ehemalige syrische Regierungschef Riad Hijab, ein Sunnit, dass das syrische Regime nur noch 30 Prozent des Territoriums kontrolliere und "moralisch und wirtschaftlich" am Rande des Zusammenbruchs stehe. Er forderte die noch verbliebenen politischen und militärischen Eliten auf, sich der Opposition anzuschließen. Die Armee sollte dem Vorbild der Streitkräfte Tunesiens und Ägyptens folgen.

Die Opposition präsentierte in einem Video einen Gefangenen, der erklärte, im Dienste der Hisbollah, die wie Iran das Assad-Regime unterstützt, nach Syrien geschickt worden zu sein. Wie er seien 1.500 Kämpfer von der Hisbollah geschickt worden, die meisten würden als Scharfschützen eingesetzt. Hisbollah-Führer Nasrallah soll die Kämpfer persönlich aufgefordert haben, die Schiiten vor den Sunniten zu schützen. Die Hisbollah streitet ab, dass der Gefangene ein Hisbollah-Mitglied ist.