"Irma" auf dem Weg von Kuba nach Südflorida

Irma auf dem Weg von Kuba nach Südflorida. Bild: NASA/NOAA/UWM-CIMSS, William Straka

Während der Hurrikan sein Zerstörungswerk nun in den USA fortsetzt, fürchten dort einige um die Sicherheit des radioaktiven Mülls in einer Lagerstätte bei Savanah

Hurrikan "Irma" ist am frühen Nachmittag (Londoner Zeit) auf den Süden Floridas getroffen, wie die britische Zeitung Guardian in ihrem Blog berichtet. Der Sturm sei inzwischen auf Kategorie 4 herabgestuft. Nun wird damit gerechnet, dass er die Halbinsel von Süd nach Nord durchquert. Vermutlich wird er sich dabei zunächst nur langsam abschwächen, da er, so lange er über Florida verweilt, an seinen Ost- und Westflanken weiter viel über dem warmen Meer mit reichlich Wasserdampf gesättigte Luft anziehen wird.

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Prognose für die Windstärken in den nächsten 120 Stunden, erstellt um 9 Uhr (MESZ). Rechts im Bild Hurrikan "José". (Bild: NOAA )

Zu Wochenbeginn wird er dann über den angrenzenden Bundesstaat Georgia und weiter ins Landesinnere ziehen. Dort werden die Winde zwar keine Hurrikan-Stärke mehr haben, aber immer noch zerstörerisch genug sein, um Bäume und anderes umzuknicken. Außerdem ist mit reichlich Niederschlägen zu rechnen.

Am Rande der Zugbahn liegt in South Carolina an der Grenze zu Georgia die Savannah River Site, ein rund 800 Quadratkilometer großes Sperrgebiet, in dem über 100.000 Kubikmeter flüssiger radioaktiver Abfälle aus der Atomwaffenproduktion lagern. Daneben gebe es auch große Mengen schwächer belasteten Materials, das in Erddeponien gefüllt worden sei, schreibt der Business Insider unter Berufung auf einen unabhängigen Experten.

Dieser befürchtet nicht so sehr aktuelle Beschädigungen der Tanks, die die flüssigen Abfälle enthalten, sondern viel mehr, dass durch Starkregen und Überschwemmungen die Reste früherer Leckagen ausgewaschen werden und dadurch ins Grundwasser und in angrenzende Bäche gelangen können.

Bisherige Zugbahn "Irmas". Die dunkle Färbung zeigt das Gebiet, in dem die Winde Hurrikanstäke hatten. Die organge gefärbte Zone markiert das Gtebiet, in dem die Winde einem tropischen Sturm entsprachen. Wie zu sehen, war nahezu fast ganz Kuba betroffen. (Bild: NOAA )

Auf Kuba hatte der Sturm am Samstag zahlreiche Häuser beschädigt oder gar zerstört, Bäume entwurzelt, Straßenschilder umgeknickt und Stromleitungen zerstört, schreibt der Guardian. "Irma" war nach Angaben der Regierungswebsite Cubadebate.cu seit 1932 der erste Kategorie-5-Hurrikan, der in Kuba auf Land traf.

Daily Mail hat Bilder von den angerichteten Verwüstungen veröffentlicht. Bilder von den Brechern an Havannas berühmter Hafenpromenade Malecón gibt es hier, weitere Bilder hier. Das Zentrum des Sturms war etwas südlicher gewandert, als ursprünglich erwartet. Dadurch hatte es Kubas Nordküste mit voller Wucht getroffen, bis es am späten Samstag (Ortszeit) nach Norden gen Florida abdrehte.

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Schwere Unwetter haben derweil auch Italien heimgesucht, wie unter anderem Spiegel Online berichtet. Demnach sind dort mindestens fünf Todesopfer aufgrund heftiger Regenfälle und nachfolgender Überschwemmungen zu beklagen. Am schwersten betroffen sind die Regionen Ligurien und Toscana.

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