Islamisten vergeben nicht

Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard, international berühmt seit den Veröffentlichungen der "Mohammed-Karikaturen" und dem darauf folgenden Skandal, ist nur knapp einem Anschlag entgangen.

Am Abend des 1. Januar versuchte ein junger Mann mit einer Axt und einem Messer bewaffnet, in Westergaards Haus in Århus einzudringen. Der Künstler rettete sich mit seiner Enkelin in ein besonders gesichertes Badezimmer, von wo aus er die Polizei alarmierte. Bei seiner Verhaftung wurde der Angreifer von der Polizei angeschossen. Westergaard blieb unverletzt.

"Es war beängstigend. Es war knapp. Wirklich knapp. Aber wir haben es geschafft", kommentierte er den Angriff.

Westergaard zeichnete des Propheten Mohammed mit einer Bombe als Turban - eine berühmt gewordene Zeichung der Mohammed-Karikaturen, die im Jahr 2005 und Anfang 2006 zu einem von Islamisten angestachelten Furor in Teilen der arabischen Welt geführt hatten (siehe dazu Die "Ragemachine" läuft und läuft). Islamisten haben auf den Karikaturisten ein Kopfgeld ausgesetzt. Mehrere Mordanschläge auf ihn konnten aufgedeckt werden. Mehrmals musste er kurzzeitig untertauchen, betonte aber, dass er sich von den Drohungen nicht einschüchtern lasse.

Nach Angaben des Leiters des dänischen Geheimdienstes, Jakob Schar,f war auch der jüngste Angriff islamistisch motiviert. Der 28-Jährige Angreifer habe enge Verbindungen zu einer somalischen Islamistengruppe und zu al-Qaida-Führern in Ostafrika. Der aus Somalien stammende Mann werde schon länger vom dänischen Geheimdienst beobachtet, weil er im Verdacht stehe, in islamistische Aktivitäten in Ostafrika verwickelt gewesen zu sein. Er sei allerdings nicht im Zusammenhang mit Westergaard beobachtet worden, so Scharf. .

Der Chefredakteur von "Jyllands Posten", Jørn Mikkelsen, hat sich in einem Artikel mit dem Karikaturisten solidarisiert:

"Das ist ein ganz schlimmes Erlebnis für Westergaard persönlich, aber ich bin doch glücklich, dass es der Polizei gelungen ist, den Täter rechtzeitig unschädlich zu machen."

Das konservative Blatt, das im Herbst 2005 zwölf Mohammed-Karikaturen abdruckte, steht seitdem im Visier von Islamisten. Erst im Oktober 2009 waren in den USA zwei Männer festgenommen worden, die im Verdacht stehen, sowohl gegen die Zeitung als auch gegen Westergaard und einen verantwortlichen Redakteur des Blattes Anschläge geplant zu haben.