Island sperrt Bankster ein

Kaupthing-Bosse zu Strafen zwischen drei und fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt

Die Kaupthing-Bank war das größte isländische Geldinstitut. In der Finanzkrise 2008 stellte sich heraus, dass ihre Manager – wie die vieler anderer Banken – durch ihr Handeln erheblichen Schaden verursachten. Anders als andere Länder "rettete" Island Kaupthing aber nicht einfach mit Steuergeld und Staatsschulden, sondern stellte die Manager vor Gericht. Vier davon wurden nun zu Strafen zwischen drei und fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig und Prozessbeobachter erwarten, dass die bei der Verkündung abwesenden Beschuldigten Berufung einlegen.

Im Einzelnen handelt es sich dabei um den Geschäftsführer Hreidar Mar Sigurdsson (der zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt wurde), den Vorstandsvorsitzenden Sigurdur Einarsson (der fünf Jahre erhielt), Olafur Olafsson, einen der Mehrheitseigner (der mit drei Jahren davonkam) und Magnus Gudmundsson, den Chef der Luxemburger Filiale, der für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis muss. Die Strafen sind die höchsten, die in der jüngeren Geschichte Islands für Finanzbetrug ausgesprochen wurden.

Der Staatsanwalt hatte den Bankern unter anderem vorgeworfen, dass sie zu verschleiern versuchten, dass ein Scheich aus Katar einen fünfprozentigen Anteil an der Bank mit Geld kaufte, das er sich von ihr selbst geliehen hatte. Dieses Geschäft wickelte man über Firmen auf den britischen Jungferninseln und die Finanzoase Zypern ab. Der Scheich ließ später durch seinen Rechtsvertreter vor Gericht behaupten, er sei damals von den Bankern getäuscht worden.

Das Scheichtum Katar investiert jährlich bis zu 50 Milliarden Dollar und erwartet dabei über 17 Prozent Rendite. Beliebt sind strategische Anteile an großen Unternehmen wie Volkswagen, der Credit Suisse, Shell und Siemens. Dass die Anteile am Fußballclub Paris Saint-Germain mit der Vergabe der Fußballweltmeisterschaft an das Land zu tun hatten, bestreitet man dort und bei europäischen Funktionären bislang energisch. Außerdem wird Katar vorgeworfen, dass der Golfstaat sunnitische Extremisten in Bürgerkriegsländern wie Syrien und Mali unterstützt.

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