Israel plant den Bau eines Atomkraftwerks

AKW soll das Land unabhängiger vom Ausland machen und die Abgabe von Treibhausgasen senken.

Israel, die einzige inoffizielle Atommacht im Nahen Osten, prüft gegenwärtig, so erklärte Infrastrukturminister Binyamin Ben-Eliezer von der Arbeiterpartei, ob das Land ein Atomkraftwerk zur Stromerzeugung errichten soll.

Der Minister sagte gegen über dem israelischen Militärradio, er habe für den Plan die Unterstützung des Ministerpräsidenten Ehud Olmert. Von dessen Büro gibt es allerdings dafür noch keine Bestätigung. Ben-Eliezer sagte in einem Vortrag, dass die israelische Regierung "eine historische Entscheidung" treffen will, in der Wüste Negev ein Atomkraftwerk zu erreichten. Der Plan würde in den kommenden Monaten der Regierung vorgelegt werden. Falls er angenommen wird, würde der Bau bis zur Fertigstellung acht Jahre dauern.

Angeblich wurde der Wunsch nach einem Atomkraftwerk zur Stromerzeugung in den letzten Monaten in der Regierung populär, um die Energieabhängigkeit vom Ausland zu mindern und die Abgabe von Treibhausgasen zu reduzieren. Zudem könne Israels Stromunternehmen kaum mehr den wachsenden Bedarf an Elektrizität decken.

Allerdings würde der Bau eines Atomkraftwerks erneut die Aufmerksamkeit auf das israelische Atomwaffenarsenal richten lassen. Israel hat offiziell nie zugegeben, Atomwaffen herzustellen bzw. über solche zu verfügen, allerdings ist das gleichzeitig ein offenes Geheimnis, das zur Abschreckung dienen soll. Israel ist, wie auch die anderen Atommächte Indien und Pakistan, nie dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten. Die Frage wäre, ob Israel Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde erlauben würde oder müsste, das Atomkraftwerk zu besichtigen. Nach Medienberichten würden Experten bereits überlegen, wie sich ein AKW errichten ließe, ohne das Atomwaffenprogramm zu beeinträchtigen. Mit scharfer Kritik, vor allem von den anderen Ländern des Nahen Ostens, ist zu rechnen, zumal Israel, zusammen mit den USA, am schärften Druck auf den Iran ausübt, der allerdings den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat.

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