Israelische U-Boote im Golf von Persien?

Regierungschef Netanyahu erklärt, Israel habe keine in Deutschland gebauten U-Boote, die mit Atomwaffen ausgerüstet werden können

Der Angriff israelischer Soldaten auf einen internationalen Hilfskonvoi für die Palästinenser im Gazastreifen, der von Israel abgeriegelt wird, ist weltweit auf Unverständnis und Kritik gestoßen. Die Nachrichten haben etwas verdeckt, dass erstmals mit der zwar unwilligen Unterstützung der USA auf der UN-Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag Israel aufgefordert wurden, dem Abkommen beizutreten und seine Atomanlagen gegenüber der Internationalen Atombehörde IAEA zu öffnen.

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Zudem wurde beschlossen, dass der Nahe Osten gemäß einer Resolution von 1995 zur atomwaffenfreien Zone erklärt werden soll. Eine diesbezügliche regionale Konferenz soll 2012 stattfinden. Iran wurde in dem Abschlussdokument nicht erwähnt, der israelische Regierungschef Netanyahu erklärte, Israel sei nicht an den Beschluss gebunden und werde ihn nicht umsetzen. Man stelle damit den einzigen demokratischen Staat in der Region an den Pranger, während das "Terrorregime" im Iran, das Atomwaffen bauen will und gedroht hat, Israel von der Landkarte zu löschen, nicht einmal erwähnt werde. Die US-Regierung bedauerte die Einseitigkeit der Schlusserklärung, angeblich wurden Israel nach Medienberichte weitreichende Sicherheiten für die "strategischen Mittel" gemacht. Netanyahu wird sich morgen mit US-Präsident Obama treffen.

Wie die Times berichtet, was von den israelischen Medien weiter gegeben wurde, sollen die drei in Deutschland hergestellten U-Boote Dolphin, Tekuma und Leviathan der israelischen Marine, die mit Atomwaffen ausgerüstet werden können, im Persischen Golf nahe der iranischen Küste stationiert werden. Die Reichweite der ballistischen Raketen soll 1.500 km betragen.

Eines der U-Boote sei bereits losgeschickt worden, Hintergrund sei die Sorge Israels, dass Raketen, die von Iran und Syrien an die Hisbollah geliefert worden seien, Ziele in ganz Israel treffen könnten. Die U-Boete sollen nach dem Bericht zur Abschreckung dienen und Mossad-Agenten die Möglichkeiten bieten, besser Informationen sammeln zu können. Kurz vor dem Besuch Netanayahus im Weißen Haus verbreitet, könnte die Meldung aber auch gezielte Desinformation in der Gerüchteküche des Nahes Ostens sein. Einerseits könnte der Druck auf Israel erhöht werden, andererseits könnte Israel stärker Druck auf die USA gegenüber dem Iran ausüben wollen. Und im seit Jahren währenden rhetorischen Schlagabtausch mit großen Gesten und im Wettrüsten könnte die Meldung schlicht ein Versuch der psychologischen Kriegsführung sein, auf den Iran mit einer ebensolchen Warnung schon reagiert hat.

Netanyahu erklärt in einem Interview, Teile des Berichts seien "völlig unwahr". Es stimme aber, dass Israel versuche zu verhindern, dass weiterhin zigtausende Raketen zur Hamas und Hisbollah vom Iran aus geliefert werden. Ansonsten versicherte Netanyahu, Israel habe überhaupt keine U-Boote, die mit Atomwaffen bestückt werden könnten.

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