Italien unterstützt außergewöhnliche Umweltschutzinitiative Ecuadors

Regierung in Rom erlässt südamerikanischem Staat 35 Millionen Euro Schulden, die nun in einen sozialökologischen Fonds fließen

Mit der Unterzeichnung eines bilateralen Abkommens mit Ecuador am Rande der 67. UN-Generalversammlung beteiligt sich Italien an der Umweltschutzinitiative Yasuní-ITT des südamerikanischen Landes. Die Regierung in Rom erlässt Ecuador der Vereinbarung zufolge Schulden in Höhe von 47 Millionen US-Dollar (35 Millionen Euro). Im Gegenzug verpflichtet sich die Regierung des ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa, die Summe in einen Treuhandfonds unter Verwaltung des UN-Entwicklungsprogramms UNDP einzuzahlen.

Das Projekt Yasuní-ITT sieht vor, rund 850 Millionen Barrel Erdöl im Boden zu belassen, sofern Konsumentenstaaten die Hälfte der zu erwartenden Gewinnausfälle für das südamerikanische Land mit Zahlungen in den Treuhandfonds kompensieren. Die angestrebte Gesamtsumme beläuft sich auf 3,5 Milliarden US-Dollar (gut 2,7 Milliarden Euro). Auf diese Weise würden 982.000 Hektar des Naturschutzgebietes Yasuní bewahrt, der Ausstoß von 410 Millionen Tonnen Kohlendioxid würde vermieden.

Der Vertrag zwischen Italien und Ecuador wurde nach langen Verhandlungsrunden zwischen beiden Ländern geschlossen. Im Juni dieses Jahres hatten sich beide Seiten auf die Rahmenbedingungen geeinigt, die nun Rechtskraft erlangt haben. Die erlassene bilaterale Schuld werde einen vielfachen Nutzen haben, sagte Ecuadors Ministerin für das Kulturerbe, María Fernanda Espinosa: "Das Geld wird in einen Fonds einfließen, der umfassende Antworten auf Fragen des Klimawandels zu geben versucht."

Der UNDP-verwaltete Fonds soll Umweltschutzprojekte tragen und vor allem in indigenen Gemeinden erneuerbare Energien und sozialpolitische Vorhaben fördern. Bislang haben sich an der Yasuní-ITT-Initiative Spanien, Kolumbien, Chile, Georgien und die Türkei beteiligt. In Deutschland hatte der Rückzieher der amtierenden rechtsliberalen Regierung für Proteste gesorgt ( Dirk Niebel versaut das Klima).

Ökonomisch mache die Initiative keinen Sinn, sagte nun Italiens Vize-Außenminister Staffan de Mistura, aber langfristig und unter ökologischen Gesichtspunkten betrachtet sei sie äußerst sinnvoll. "Ecuador ist dieser Hinsicht ein internationales Beispiel und seine Bevölkerung sollte sehr stolz auf dieses Vorhaben sein", fügte der Politiker nach der Vertragsunterzeichnung in New York an.

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