Japan: Problem mit Kühlsystem im siebten Rektor

Die Lage der vom Erdbeben und dem Tsunami betroffenen AKWs in Japan ist weiterhin unklar

Die Gefahr einer nuklearen Katastrophe als Folge des Erdbebens und des Tsunamis ist vermutlich trotz der beruhigenden Worte der japanischen Regierung noch nicht gebannt. Noch immer ist die Informationspolitik der japanischen Behörden verschleiernd. Vermutlich gab es bereits eine teilweise Kernschmelze in zwei Reaktoren der Atomanlage Fukushima 1 (Daiichi).

Beim Reaktor 3 hat man nach Angaben der UN-Atomaufsichtsbehörde begonnen, "kontrolliert" Dampf abzulassen, wodurch Radioaktivität austritt. Damit hofft man, eine weitere Explosion zu vermeiden, wie dies am Samstag bei Reaktor 1 geschehen ist. In beide Reaktoren wird Meerwasser gepumpt, die Behörden versichern, es bestehe keine Gefahr für die Menschen. In Reaktor 3 würden die Brennstäbe bereits 3 m aus dem Wasser ragen.

Die japanischen Behörden haben für das AKW Onagawa ebenfalls den Notstand ausgerufen, weil in der Umgebung eine 700fach höhere Radioaktivität als normal gemessen wurde. Vermutet wird, dass die Radioaktivität nicht von Onagawa, sondern von Fukushima stamme. Dramatischer ist aber die Meldung, dass nicht nur bei 6 Reaktoren in Fukushima 1 und 2 das Kühlsystem ausgefallen ist - allerdings herrscht Ungewissheit über die wirkliche Zahl -, sondern nun auch bei einem Reaktor der Atomanlage Tokai an der Ostküste, die rund 150 km von Tokio entfernt ist. Angeblich sei nur eine von zwei Pumpen ausgefallen, weswegen noch keine Gefahr drohe.

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