Jeff Koons must die

Neben der Spur

Wenn sich der eine Künstler über einen anderen ärgert, kann das zu einem Videospiel führen.

Jonakin Hunter ist nicht gut auf Jeff Koons zu sprechen. Der Letztgenannte hat zwar irgendwie schon seine beste Zeit hinter sich, war in den 80ern und 90ern zuerst einer der ganz Grossen im Artzirkus, hat sich nach einer gescheiterten Ehe mit einem italienischen und nicht ganz unpolitischen Pornosternchen in eine handfeste Krise hineinmanövriert, und kam ausgerechnet mit überdimensionierten Hunden ganz groß wieder heraus. Diese Pudel sehen aus wie vom Kindergartenclown aus Luftballons geknotet. Nur dass sie weitaus wertvoller, aus anderem Material und auch ein bisschen größer sind, als das bei Kindergartenfesten zum Einsatz kommen würde.

Ausgerechnet diese Hundeknoterei wollte Koons sich schützen lassen. Und das hat Hunter in Rage gebracht. Sein explizites Videospiel, das in einer klassischen Arcadekonsole untergebracht ist und mehr oder weniger auf einem Quakederivat aufsetzt, lässt den Spieler in einer fiktiven Nacht alleine im Museum zufälligerweise eine Menge an Kunstwerken von einem eben nicht ganz zufällig gewählten Künstler niederballern.

Könnte Schule machen.

Auf dem neuen Tablet von HP, wenn es denn wirklich einmal auf den Markt kommt, könnte ja eine Schweizer Variante des Spiels vorhanden sein, in der man auf alle Äpfel (Sie verstehen, WitzWitz) ballern kann, die sich einem als „one more thing“ in den Weg stellen. Aber das ist geschmacklos.

Ist die Konsole auch. Nur dass sie Kunst ist. Und im Falle von HP wäre es ein Zubehör...und der Grund für einen interessanten Musterprozess.

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