Kämpfen wie Castro

Revolutionärer Ego-Shooter: Das Videospiel Gesta Final stellt Szenen des kubanischen Guerillakampfes gegen die Batista-Diktatur nac

Kubanische Softwareentwickler haben einen Ego-Shooter entwickelt, der zur Zeit der kubanischen Revolution Mitte der 1950er Jahre spielt und in dem die Spieler Protagonisten des Guerillakampfes unter Führung von Fidel Castro verkörpern. Bei dem 3-D-Spiel Gesta Final (etwa: Letzte Heldentat) können die Spieler die damaligen Guerilla-Kommandanten Fidel Castro, Ernesto Guevara oder Camilo Cienfuegos verkörpern.

Der First-Person-Shooter beginnt im Jahr 1956 mit der Landung der Rebellen an Bord der Jacht "Gramna" an der kubanischen Küste. In fünf Level müssen sich die Spieler durch verschiedene Szenarien kämpfen: Mangrovenwälder, Bergketten und Städte. Die Bewaffnung ist spärlich: Zur Auswahl stehen ein Springfield-Gewehr oder ein Colt. Gegen die Soldaten von Diktator Fulgencio Batista, der von den Castro-Truppen Ende 1958 gestürzt wurde, können sich die Guerilla-Charaktere auch mit Molotow-Cocktails verteidigen. Das Spiel endet im fünften Level in der Schlacht von Pino del Agua, die Anfang 1958 den Wendepunkt im bis dahin unentschiedenen Kampf zwischen den Rebellen und den Batista-Truppen brachte.

Die Präsentation von Gesta Final sorgte international vor allem für Überraschung, weil kubanische Medien vergleichbare Ego-Shooter wie "Call of Duty" in der Vergangenheit wiederholt kritisiert hatten. Bei "Call of Duty: Black Ops", das 2010 auf den Markt kam, ging es unter anderem darum, den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro zu ermorden. Die Veröffentlichung des kubanischen Spiels, das von den sogenannten Computer-Clubs der Kommunistischen Jugendorganisation UJC entwickelt wurde, zeigt nun, dass es eher um inhaltliche, als um moralische Bedenken ging.

Neu ist die Politisierung von Videospielen auch in Lateinamerika nicht. In Argentinien wurde unlängst eine Art südamerikanischen Counter Strike vorgestellt, dessen Handlung unter anderem auf den Malwinen/Falkland-Inseln spielt. Die Produktionsfirma wies zwar eine politische Intention von sich. Doch laut der Spielbeschreibung geht es bei dem Shooter auch darum, "britische Terroristen" zu liquidieren. London dürfte nicht amüsiert sein.

In Kuba kommt Gesta Final anscheinend gut an. Das Spiel liefere eine "schöne Darstellung des Krieges", zitiert der Fernsehsender Euronews einen Spieler. Schließlich werde die Geschichte des Landes dargestellt. Er habe gelernt, "dass die Kubaner aufeinander Acht geben". Bislang wird das Spiel nur in Kuba vertrieben.

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