Kein Ende der Hitzewelle absehbar

Archivfoto: Waldbrand in Kalifornien

(Bild:  Bureau of Land Management / gemeinfrei )

In großen Teilen Europas herrschen seit Wochen extreme Temperaturen. Wälder brennen und AKW haben nicht mehr genug Kühlung

Noch immer ist kein Ende der Hitzewelle in Sicht, über die hier bereits mehrfach berichtet wurde. Die Langfristvorhersage verspricht für weite Teile Europas auch in der ersten Augustwoche noch weit überdurchschnittliche Temperaturen und gibt keinen Hinweis darauf, wann mit einem Wetterumschwung zu rechnen ist.

Ernteverluste werden inzwischen nicht nur aus Deutschland, sondern unter anderem auch aus Russland und den USA gemeldet, wo im Süden die Baumwollernte unter Trockenheit und hohen Temperaturen leidet.

Die Weltmeteorologieorganisation WMO weist unterdessen auf den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Waldbränden hin. Die nördlichen Breiten würden sich überdurchschnittlich erwärmen, wodurch die Wälder austrockneten. Letzteres mache sie anfälliger für Waldbrände. Eine Studie habe gezeigt, dass die nördlichen Nadelwälder derzeit so häufig - wie seit mindestens 10.000 Jahren nicht - brennen.

Derzeit nagen Flammen unter anderem in Thüringen, Schweden, Russland und Kalifornien an Wälder. Im russischen Sibirien sind ausgedehnte Waldbrände inzwischen ein regelmäßig auftretendes Phänomen, das den Klimawandel verstärken könnte. In Permafrostregionen taut dadurch der Boden schneller und der Niederschlag von Rußpartikel auf Schneeflächen und dem arktischen Meereis beschleunigt deren Schwund in der Sommersonne.

In Griechenland sind die katastrophalen Brände in der Nähe Athens inzwischen gelöscht. Die Behörden zählten zuletzt 91 Todesopfer und organisieren die Suche nach weiteren 25 Vermissten. Starke Winde hatten die Brände unvorhersehbar gemacht, so dass viele Opfer von den Flammen eingeschlossen wurden.

Glimpflicher ging dagegen ein Waldbrand bei Potsdam aus, der zeitweise durch ein Leck in einer Gasleitung eine dramatische Wende zu nehmen drohte. Ein starkes Gewitter hatte am Samstag den Feuerwehren geholfen.

Unterdessen geht die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg davon aus, dass die Hitze in vielen Ländern die Verbraucher teuer zu stehen kommen wird. Die Weizenpreise steigen bereits seit Mai und zum ersten Mal seit der Erntesaison 2012/2013 könne die globale Weizenernte geringer als in den Vorjahren ausfallen. Ägypten, das auf Einfuhren für seine wachsende Bevölkerung angewiesen ist und die Brotpreise subventioniere, zahle derzeit die seit drei Jahren höchsten Preise für die Importe.

Die Weltagrar- und Ernährungsorganisation FAO hat allerdings bisher nur für sehr wenige Länder Preiswarnungen ausgegeben, und ein Zusammenhang mit Ernteausfällen aufgrund der Hitze in Europa und Teilen der USA ist zur Zeit nicht erkennbar.

Auch der Strom werde mancherorts teurer, so Bloomberg. Im US-Bundesstaat Texas treiben Hitzerekorde den Stromverbrauch und damit die Preise in die Höhe, weil die Air conditioner auf Hochtouren laufen. Auch hierzulande sind die Strompreise so hoch wie – mit einer Ausnahme – seit 2011 nicht mehr.

In Frankreich, Großbritannien und Deutschland bekommen thermische Kraftwerke Probleme, weil das Wasser der Flüsse immer wärmer wird. In einigen Fällen lassen sich damit die Kraftwerke nicht mehr ausreichend kühlen, sodass sie gedrosselt werden müssen. Betroffen sind vor allem AKW – diesmal auch in Deutschland und Schweden – aber auch einige Kohle- und Gaskraftwerke. Selbst in Finnland musste ein AKW seine Produktion reduzieren.

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