Kein Trump-Schock an den Börsen

Allerdings gibt es heftige Ausschläge bei den Wechselkursen, vor allem der mexikanische Peso stürzt ab

Von einer Aufregung an den weltweiten Finanzmärkten kann nach dem Wahlsieg von Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen wahrlich nicht gesprochen werden. Nur anfänglich brachen in der Nacht die asiatischen Börsen ein und schon etwas schwächer ging das zunächst an den europäischen Börsen weiter, die mit bis zu 3% im Minus in den frühen Handel gingen.

Doch von den Verlusten ist kaum noch etwas übrig. Sogar nach der Brexit-Entscheidung waren die Folgen an den Finanzmärkten deutlicher, auch wenn diese Entscheidung dort schnell wieder abgehakt wurde.

Noch weniger nachhaltig beeinflusste die für viele überraschende Wahl von Trump. In New York wird an der Wall Street nun gelassen reagiert, wo der Dow Jones praktisch nur stagniert. Der Frankfurter Leitindex Dax hatte die frühen Verluste schnell wieder abgeschüttelt und steht zum Abschluss des Handels im Plus. Ähnlich sieht es an den Börsen in Paris, Mailand oder London aus. Nur an der Börse im spanischen Madrid werden heftigere Auswirkungen der US-Wahl erwartet, dort steht der Ibex 35 weiter deutlich im Minus. Hier wiederholt sich, was auch schon im Fall des Brexit zu sehen war.

Allerdings stürzte das Pfund nach der Brexit-Entscheidung zum Euro regelrecht ab und hat seither deutlich an Wert verloren. Deshalb wird in Spanien langfristig erwartet, dass viele Briten sich bald den Urlaub in Spanien nicht mehr leisten können oder wollen und das ist mit Abstand die größte Urlaubergruppe im Land. Mit der Wahl von Trump kann sich allerdings das Pfund wieder etwas gegenüber dem Euro erholen. Nach dem Wahlsieg von Trump legte der Euro heute gegenüber dem Dollar zunächst zum Teil um etwa 2,5% zu, allerdings gab er diese Gewinne im Handelsverlauf wieder ab.

Fatal verhielt sich, angesichts der Ankündigungen von Trump, der mexikanische Peso. Da erwartet wird, dass Trump gegenüber Mexiko auf verstärkte Isolation setzt, stürzte der Peso gegenüber einem zudem schwächelnden US-Dollar in kurzer Zeit um bis zu 12% ab. Der Kurs fiel auf den tiefsten Stand seit mindestens 30 Jahren. Zeitweise mussten fast 21 Pesos für einen Dollar bezahlt werden. Im Laufe des Tages hat der Peso sich auf niedrigem Stand stabilisiert und steht nun etwa 9% schwächer als vor dem Trump-Sieg.

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