Keine gelben Westen in Ägypten

Ägyptische Militärpolizei: Seit 2011 auf der Hut vor Protesten. Foto: Gigi Ibrahim / CC BY 2.0

Regime fürchtet im Vorfeld des Revolutions-Jahrestages Ansteckung aus Frankreich

Die ägyptische Regierung fürchtet sich offensichtlich vor Nachahmern. Die britischen Zeitung Guardian berichtet, dass die Behörden in Kairo den Verkauf gelber Warnwesten stark begrenzt haben. Diese dürfen jetzt nur an Unternehmen und das auch nur nach einer polizeilichen Erlaubnis verkauft werden. Wer in einen Laden gehe und eine Warnweste kaufen will, werde abgewiesen.

Im Januar jährt sich der Aufstand, der 2011 das Mubarak-Regime zu Fall brachte. Offenbar sind die neuen, alten Diktatoren, die sich 2013 wieder an die Macht putschten, der Ansicht, dass die Ägypter genug Anlass haben, dem französischen Protest-Beispiel zu folgen.

Grund, sich zu empören, gibt es genug. Die Polizeigewalt, die bereits während der Unruhen 2011 extrem brutal war, scheint noch immer schrankenlos. Und für Frauen ist das Land einer der gefährlichsten Orte der Welt.

Hinzu kommen hohe Arbeitslosen- und Armutsraten, Hunger sowie Perspektivlosigkeit für eine im Durchschnitt nur knapp 25 Jahre alte Bevölkerung. 34,4 Prozent der 15 bis 24jährigen waren 2017 nach Weltbank-Angaben arbeitslos.

Ventile für legalen Protest sind indes kaum vorhanden. Erst Ende Oktober und Anfang November gab es ein Welle von Festnahmen gegen Menschenrechtsaktivisten und Anwälten. 40 Personen wurden nach einem Bericht von Human Rights Watch festgenommen. Meist handelt es sich um Menschen, die politische Gefangene und ihre Familien unterstützten.