"Killerspielverbrennung"

Das "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden" hat für heute zu einer öffentlichen "Entsorgung" von Spielen aufgerufen, die "das Töten von Menschen simulieren"

Das "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden" hat für heute zu einer öffentlichen "Entsorgung" von Spielen" aufgerufen, die "das Töten von Menschen simulieren". Abgehalten wird die Aktion "Familien gegen Killerspiele!" auf dem Platz vor der Staatsoper in Stuttgart Ein passender Ort – war doch der Amokläufer von Winnenden bekennender Opernfan, was ihn von den meisten anderen Angehörigen seiner Altersgruppe unterschied.

Während drinnen die "Killeroper" Aida vorbereitet wird, sollen draußen CDs und DVDs in einen extra dafür aufgestellten Container geworfen werden. Allerdings wollen die Veranstalter nur Original-Datenträger und keine Sicherungskopien. Auch Schachspiele, so erklärt man auch Nachfrage von Telepolis, wird man nicht akzeptieren, "weil hier nur Bauernfiguren und keine Bauern getötet werden sollen".

Mit offenbarem Bezug auf die Verschwörungstheorie aus dem so genannten "Kölner Aufruf" heißt es weiter, man meine "nur solche Spiele, die vom amerikanischen Militär entwickelt wurden, um die Gewaltschwelle zu senken". Eine Einschränkung, die auf eine möglicherweise nicht ganz so intensive Auseinandersetzung mit dem Thema hindeutet.

Wer von 10 Uhr bis 19 Uhr ein solches Spiel in den bereitstehenden Container wirft, der erhält ein Los, mit dem er ein Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gewinnen kann, auf dem die Spieler unterschrieben haben. Nach der Sammlung wird der Container der Müllverbrennungsanlage in Göppingen zugeleitet.

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