Klag an einem anderen Tag

Geheimagent Michael Fuchs, MdB, kämpft um seinen guten Ruf

Der Bundestagsabgeordnete und Teilzeit-Geheimagent Michael Fuchs (CDU) hat erfolgreich die Spionageagentur "Hakluyt & Company" unterwandert. Bereits Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass Fuchs in irgendeiner geheimen Weise für die geheimnisumwitterte Firma aus dem Dunstkreis britischer Geheimdienste arbeitet. Da Fuchs aufgrund seines Abgeordnetenamts dem deutschen Volk verpflichtet ist, muss davon ausgegangen werden, Fuchs habe die britischen Spionage-Senioren für Deutschland unterwandert. Im Idealfall hat der deutsche Meisterspion, den die Briten möglicherweise für einen der ihren halten, aufgrund seiner klandestinen Kontakte zu den Schlappmelonen Zugriff auf das Tempora-Material, um den Bundestag wirksam vor Terrorangriffen zu schützen.

Nachdem Fuchs zunächst gewisse Schwierigkeiten hatte, seine Tätigkeit gegenüber der Bundestagsverwaltung korrekt anzugeben, steht dort nun geschrieben, Fuchs sei Mitglied des Beirates von Hakluyt & Company, London (und noch vieles mehr). Für Irritationen sorgte Fuchs jedoch, als er die Rhein-Zeitung wissen ließ: "Bei der Tätigkeit handelt es sich um keine Beiratstätigkeit nach deutschem Recht. Es gibt zum Beispiel keinen Vertrag." Der umtriebige Fuchs war bereits 2009 daran gescheitert, seine Nebentätigkeiten unmissverständlich anzugeben.

00Fox kämpft allerdings vermutlich doch nicht gegen Terroristen, sondern hat seit langem einen anderen Erzschurken ausgemacht: die Geheimorganisation Abgeordnetenwatch.de. Diese würde dem deutschen Politiker, der den Verdacht von Interessenkonflikten weit von sich weist, in rufschädigender Weise Sachen unterstellen, die nicht stimmten. Anfragen, was denn nun stimme, ließ der gewiefte Geheimagent jedoch unbeantwortet. Einer Abmahnung durch einen fuchsigen Staranwalt hatten sich die lästigen Abgeordnetenwatcher nicht gebeugt. Die Rheinzeitung, die den geheimnisvollen Abgeordneten aus ihrem Wahlkreis im Interview abschöpfte, vermutet, Fuchs erwäge ein rechtliches Vorgehen gegen die Watchblogger. In einer Nebenrolle als Miss Moneypenny: Barbra Streisand.

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