Klage gegen das Kunstprojekt "25000-Euro"

Das "Zentrum für politische Schönheit" muss die Aktion, die Mitglieder der Familie hinter der Waffenschmiede Krauss Maffei-Wegmann in der Öffentlichkeit exponierte, einstellen

Das Zentrum für politische Schönheit informiert auf der Website der Aktion 25000-Euro, dass gegen das gleichnamige Kunstprojekt Klage eingereicht wurde. Weitere Details sind dort nicht zu erfahren - "Wir sind bis auf Weiteres nicht in der Lage, Ihnen die gewünschten Informationen zur Verfügung zu stellen". Aufruf, Fahndung und Belohnung seien eingestellt, heißt es.

Die Aktion, die mittels eines "Steckbriefes" die Familie hinter der Waffenschmiede Krauss Maffei-Wegmann in der Öffentlichkeit exponierte und in einer Weise nach "Informationen, die zur Verurteilung dieser Menschen führen" fragte, die Denunziationen schlimmster Sorte Tür und Tor öffnet, wurde kontrovers diskutiert. Dass sie private Details der Familienmitglieder offenlegte, war äußerst umstritten ( Pranger gegen Panzerfamilie?). Nun wird möglicherweise ein Gericht darüber verhandeln, wo die Grenzen einer solchen Kritik, die sich als Kunstaktion versteht, liegen - bei welchen Persönlichkeitsrechten sie Halt machen muss.

Anzurechnen ist der Aktion, dass sie die Aufmerksamkeit für den Panzerdeal der deutschen Regierung mit Saudi-Arabien, das solches Gerät durchaus auch gegen Zivilbevölkerung im eigenen Land oder in anderen Golfstaaten einsetzen könnte oder dies bereits getan hat, neu entfachte. Und auch die Frage nach der Verantwortlichkeit der finanziell davon Profitierenden ( Appell an die moralische Verantwortung der Eigentümer des Rüstungskonzerns Krauss-Maffei-Wegmann), ist eine relevante und natürlich berechtigt. Wie man dabei vorgeht, ist jedoch auch entscheidend dafür, wie weit solche Kritik trägt, welche Wirkung sie entfalten kann - über den Kunst-Provokations-Zirkel hinaus. Mit der Aktion würden auch die Grenzen einer solchen "rein moralisch aufgeladenen Kritik" sichtbar, so ein Kommentar an dieser Stelle.

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