Klima: Bisher wämster Juli

Serie der Temperaturrekorde hält an. El Niño könnte heuer besonders stark ausfallen

Der zurückliegende Juli war im globalen Durchschnitt mit 0,75 Grad über dem Mittel der Jahre 1951 bis 1980 der bisher wärmste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen. Das geht aus den vom Goddard Institute for Space Studies der NASA aufbereiteten Daten hervor. Nur im Juli 1998, 2009 und 2011 war es ähnlich warm.

Damit ist 2015 weiter auf Rekordkurs. Die bisher deutlich über dem erst im letzten Jahr aufgestellten Jahresrekord liegende Temperatur und die Tatsache, dass im tropischen Pazifik derzeit El-Niño-Bedingungen herrschen, sprechen dafür, dass das laufende Jahr das bisher wärmste in der Geschichte der Temperaturaufzeichnungen werden könnte. Zumal der diesjährige El Niño einer der wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen zu werden droht.

Bei El Niño handelt es sich um ein alle drei bis sieben Jahre auftretendes großräumiges Wetterphänomen, das sich unter anderem durch überdurchschnittliche Wassertemperaturen in weiten Teilen des tropischen Pazifiks auszeichnet. El-Niño-Jahre sind in der Regel besonders warm, weil die Ozeane unter diesen Bedingungen weniger Wärme von der unteren Atmosphäre aufnehmen, die von der Sonne durch die steigenden Treibhausgase etwas mehr Energie bekommt, als gleichzeitig zurück ins All gestrahlt wird.

Eine Grafik des japanischen Wetterdienstes zeigt, wie die Temperatur (hier als Abweichung vom Mittel der Jahre 1981 bis 2010) im Juli über den Globus verteilt war. Einige Regionen wie der nördlich Nordatlantik und Nordeuropa waren kühler, aber in den meisten Weltgegenden überwiegen die Abweichungen nach oben. Namentlich weite Teile des tropischen und des Nord-Pazifiks liegen über den klimatologischen Referenzwerten.

An der japanischen Grafik ist auch zu sehen, dass die Datenbasis in den Polregionen noch immer sehr spärlich ist. Daher sind diese in der Analyse des GISS nicht berücksichtigt. Andererseits ist aber bekannt, dass sich die Arktis besonders schnell erwärmt, was sich unter anderem am Rückgang der sommerlichen Eisbedeckung des arktischen Ozeans zeigt. Das lässt darauf schließen, dass die Analysen des GISS und der anderen Gruppen, die auf das gleiche Netzwerk von Messstationen und Schiffsmessungen zurückgreifen, die globale Erwärmung womöglich unterschätzen.

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