Klima: Ein Jahr der Extreme

Meteorologen liefern Bericht über den Zustand des Klimas ab

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Drei verschiedene, unabhängig voneinander berechnete Zeitreihen der Abweichung der globalen Temperatur vom Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990. (Bild: WMO )

Anlässlich der derzeit in Doha am Persischen Golf tagenden UN-Klimakonferenz hat die Weltmeteorologieorganisation WMO ihre diesjährige Stellungnahme zum Zustand des globalen Klimas abgegeben. Und der ist gekennzeichnet durch anhaltende Erwärmung, Hitzewellen, Dürren und allgemein eine Häufung von Extremereignissen. Entsprechend eindringlich ist denn auch die Wortwahl dieser sonst eher sehr zurückhaltende Dachorganisation der nationalen Wetterdienste.

"Die Ausdehnung des arktischen Meereises erreichte ein neues Rekordtief. Das alarmierende Tempo des diesjährigen Eisverlustes wirft ein Schlaglicht auf die weitreichenden Veränderungen in den Ozeanen und der Biosphäre. Der Klimawandel läuft vor unseren Augen ab und wird weitergehen. Ursache ist die weiter steigende Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre, die erneut neue Rekorde erreicht hat."

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WMO-Generalsekretär Michel Jarraud
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Örtliche Abweichungen vom Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990. Zu erkennen ist, dass es vor allem über den Kontinenten und in den hohen Breiten wärmer wird, ganz so, wie es die Klimamodelle erwarten lassen. (Bild: WMO )

Obwohl das Jahr mit einem La-Niña-Ereignis begann, einer Kaltperiode im tropischen Pazifik, das Gegenstück zum El Niño, wird es aller Voraussicht nach zu den zehn wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen gehören. Vor allem in Europa und Nordamerika war es ganz ungewöhnlich warm, sieht man einmal von einem ebenfalls außerordentlichen Kälteeinbruch Anfang Februar ab. Russland erlebte seinen zweitwärmsten Sommer, der wärmste war der Hitze-Sommer 2010. In weiten Teilen der USA setzte der Frühling wesentlich früher als gewöhnlich ein, um dann schon bald in eine große Dürre überzugehen.

Die hält derweil weiter an, und US-Medien sprechen inzwischen von der schlimmsten Trockenheit seit Jahrzehnten. Am stärksten betroffen ist der mittlere Westen, aber insgesamt sind 61 Prozent der Landfläche zwischen Rio Grande im Süden und der kanadischen Grenze im Norden betroffen. Nachdem es bereits im Sommer zum Teil erhebliche Ernteeinbußen gegeben hatte, wird nun auch der Winterweizen betroffen sein. Entsprechend gehen die Preise in die Höhe.

Alles in allem ein weiteres Jahr der Klima-Extreme, wie die Meteorologen schreiben.

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(Bild: U.S. Drought Monitor )
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