Klima: Kein Geld für den IPCC?

Sekretariat der Klimarahmenkonvention will nicht mehr für die wissenschaftlichen Sachstandberichte zahlen und fordert Mitglieder zu freiwilligen Leistungen auf

In Bonn, am Sitz des Sekretariats der UN-Klimaschutzrahmenkonvention, tagen derzeit, wie berichtet, die Mitgliedsländer der Konvention, um über allerlei Details des Pariser Klimaabkommens zu beraten. Konkret geht es um die Vorbereitung der diesjährigen Klimakonferenz, die üblicher Weise auf einer Reihe derartiger Vorverhandlungen vorbereitet wird. Die Gespräche dauern noch bis zum morgigen Donnerstag.

Im Vorfeld hatte es einige Aufregung gegeben, da die neue US-Regierung angekündigt hatte, ihren Beitrag zum Etat des Sekretariats der Konvention kürzen zu wollen. Entsprechende Beschlüsse müssen allerdings vom Parlament gefasst werden. Ebenso ist noch unklar, ob die USA aus dem Pariser Abkommen aussteigen wollen. In Bonn wurde deutlich, dass sie sich damit international unglaubwürdig machen und auch isolieren würden.

Eine eigentlich für letzte Woche in dieser Frage vorgesehene Entscheidung wurde vertagt. Dass das Abkommen ohnehin nur geringe völkerrechtlich bindende Kraft hat, musste es in den USA nicht vom Parlament ratifiziert werden. Entsprechende könnten die vereinigten Staaten auch mit einem einfachen Dekret des Präsidenten aus ihm ausscheiden.

Für einige Aufregung sorgte derweil in Bonn ein Vorschlag des Sekretariats der Konvention, die Finanzierung des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Fragen des Klimawandels (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) aus dem Haushalt der Konvention zu beenden. Statt dessen, so der Vorschlag, solle sich das Gremium künftig durch freiwillige Beiträge der Länder finanzieren.

Das traf jedoch auf wenig Gegenliebe bei den Delegierten und Beobachtern. Neben vielen Umweltorganisationen sprachen sie auch Teilnehmer der deutschen Delegation dagegen aus. Kritiker betonten die wichtige Rolle, die der IPCC für die Verhandlungen spiele, da er regelmäßig den Kenntnisstand der internationalen Klimawissenschaften zusammen fasse.

Der IPCC arbeitet ohnehin mit einem denkbar geringen Budget, das im letzen Jahr rund 5,1 Millionen Schweizer Franken (4,7 Millionen Euro) umfasste. Damit arbeiten eine Hand voll Angestellter in einigen Büros der Weltmeteorologie-Organisation WMO in Genf und organisieren von dort aus die Konferenzen und Arbeitsgruppentreffen, die schließlich alle paar Jahre in neue Sachstandberichte münden. Die Arbeit der mehrere tausend Autoren, die an diesen für gewöhnlich beteiligt sind, erfolgt kostenlos. Anders als oft dargestellt besteht diese nicht darin, Forschungsprojekte durchzuführen, sondern den jeweiligen aktuellen Kenntnisstand zusammenzufassen.

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