Klima-Konferenz: Allianz gegen Kohle geschmiedet

Braunkohle-Kraftwerk Weisweiler. Bild: Frankherz/gemeinfrei

20 Staaten wollen noch vor 2030 aus der Kohle aussteigen. Deutschland ist nicht dabei

In Bonn haben heute am Rande der UN-Klimakonferenz 20 Staaten ein Anti-Kohle-Bündnis ins Leben gerufen. Angola, Belgien, Costa Rica, Dänemark, El Salvador, Fidschi, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Luxemburg, die Marschall-Inseln, Mexiko, die Niederlande, Neuseeland, Niue, Österreich, Portugal und die Schweiz wollen noch vor 2030 mit der Verbrennung von Kohle Schluss machen. Das schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Mit dabei seien auch die US-Bundesstaaten Washington und Oregon.

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Zu den Initiatoren gehörten neben Großbritannien und Kanada, von denen wir bereits berichtet hatten, auch die Marschall-Inseln. Bis zur nächsten UN-Klimakonferenz in einem Jahr im polnischen Kattowice hofft man 50 Mitglieder in der Allianz zu haben.

Auch hierzulande wächst, wie berichtet, der Ruf aus Wissenschaft, Wirtschaft und von Umweltschützern nach einem Kohleausstieg. Der WWF findet es "peinlich, dass Deutschland – ehemals Vorreiter beim Klimaschutz – (bei der neuen Allianz) nicht dabei ist", und bei Germanwatch befürchtet man, dass "Deutschland den Anschluss verliert".

Gestern hatten zudem diverse Umweltverbände angesichts der Uneinigkeit in Sachen Abschaltung von Kohlekraftwerken in einer gemeinsamen Presseerklärung die potenziellen Berliner Koalitionäre vor einem "klimapolitischem Totalausfall der Jamaika-Sondierer" gewarnt.

Ebenfalls gestern hatte bei Aachen eine Handvoll Umweltschützer das dortige Braunkohlekraftwerk Weisweiler blockiert, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Betreiber RWE hätte Blöcke wegen Kohlemangel abschalten müssen. In einer per Email verschickten Pressemitteilung sprechen die Aktivisten von einer zehnstündigen Blockade, die 92 Prozent der Kraftwerksaktivitäten habe drosseln können. 20 Personen seien beteiligt gewesen.

Drei von vier Blöcken hätten runtergefahren werden müssen, nach dem sich die Aktivisten von einem Verladebagger abgeseilt und an einem Kohleförderband angekettet hätten. Bei der Räumung durch technisch nicht geschulte Polizisten seien Aktivisten stark gefährdet worden.

Der Klimawandel werde von denjenigen am stärksten befeuert, die ihm am wenigsten zu spüren bekommen werden, heißt es unter anderem in der Begründung der Aktion. Laut Wikipedia hat das 2500-Megawatt-Kraftwerk 2015 18,1 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen. Demnach sind die vier Braunkohleblöcke bereits 42 bis 52 Jahre im Betrieb. 2014 hatten sich die Kühltürme der Methusalem-Kraftwerke übrigens als wahre Keimschleudern erwiesen. In der Nachbarschaft kam es zu einer kleinen Legionellen-Epedemie, die ein Todesopfer forderte.

Derweil hat die chinesische Millionen-Metropole Shenzhen angekündigt, bis zum Ende des Jahres die letzten Dieselbusse ausrangieren zu wollen. Dann werden dort deutlich über 14.000 Busse elektrisch angetrieben. Die meisten dort kommen von BYD, eines von Chinas führenden Konzern im Bereich Elektroauto. Das Unternehmen hat in Hongkongs Nachbarstadt seinen Firmensitz.

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