Klima: Neuer Temperaturrekord im Oktober

Und noch ein Rekordmonat. 2014 hat gute Aussichten, das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen zu werden

Der Oktober war im globalen Mittel der wärmste je gemessene Oktober. Das ergibt eine Analyse der US-Behörde für Ozeane und Atmosphäre NOAA (National Ocean Atmosphere Administration). Demnach lag die Lufttemperatur über allen Landoberflächen und den Meeren gemittelt 0,74 Grad Celsius über dem Durchschnitt des letzten Jahrhunderts von 14 Grad Celsius.

Wie üblich wichen die Temperaturen über Land, die stärkeren saisonalen und jährlichen Variationen unterliegen, stärker vom Referenzwert ab. Dennoch war für die Kontinente der Oktober nur der fünftwärmste je gemessene. Der Rekord wurde vor allem über den Meeren aufgestellt. Dort war die Luft im Oktober im Durchschnitt so warm wie nie zuvor in diesem Monat. (Solche Aussagen beziehen sich natürlich immer auf den Zeitraum ab Ende des 19. Jahrhunderts, also seit jener Zeit, aus der erstmalig genug verlässliche Messungen vorlegen.)

Das passt ganz gut zu der in letzter Zeit des öfteren diskutierten Beobachtung, dass sich die oberen Wasserschichten der Ozeane besonders erwärmt haben. Die Weltmeere nehmen derzeit etwas über 90 Prozent der von den zusätzlichen Treibhausgasen im System-Erde eingefangenen Energie auf. In den letzten Jahrzehnten ist ein erheblicher Teil davon in tiefere Schichten der Meere transportiert worden, in denen er zunächst keinen Einfluss auf das Klima hat. Nun scheint es eine gewisse Sättigung zu geben. Mehr Wärmeenergie verbleibt in den obersten Wasserschichten und kann von dort die Atmosphäre erwärmen.

Entsprechend schreibt NOAA, dass die ersten zehn Monate 2014 die wärmste Januar-bis-Oktober-Periode in den Datensätzen ist. Wie es aussieht, steuern wir nach dem wärmsten August seit Beginn der Aufzeichnungen, einem ebensolchen September und jetzt einem Rekord-Oktober auf einen neuen Temperatur-Jahresrekord zu. Die letzten wurden 2010, 2005 und 1998 aufgestellt.

Die USA erleben übrigens derzeit mal wieder einen außerordentlichen Kälteeinbruch, aber wie man sich ganz schnell mit den Karten des Climate Reanalyzers überzeugen kann, korrespondieren die zu niedrigen mit überdurchschnittlichen Temperaturen in vielen anderen Regionen der Nordhalbkugel. Die dort dargestellten sogenannten Anomalien geben die Abweichungen der jeweiligen lokalen Tagesmittelwerte von den lokalen Mittelwerten für die Jahre 1979 bis 2000 wieder. Die Daten werden aus jenen aufbereiteten Messdaten gewonnen, mit denen die Vorhersagemodelle der Wetterdienste gefüttert werden, um damit Prognosen für den Wetterverlauf erstellen zu können.

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