Klima: Weiter auf Rekordkurs

August im globalen Mittel extrem warm. El Niño verstärkt sich und könnte 2015 zu einem neuen Rekordjahr machen

Auch im August war die globale Durchschnittstemperatur weiter auf Rekordkurs. Mit 0,81 Grad Celsius über dem globalen Durchschnitt für August in den Jahren 1951 bis 1980 war er einer der wärmsten je gemessenen Monate und der zweitwärmste August im bis 1880 zurück reichenden Datensatz, den das Goddard Institute for Space Studies der NASA aus den Messungen einiger 1000 Stationen und Schiffe in aller Welt kompiliert.

Dazu werden an den Stationen jeweils die Anomalien, das heißt, die Abweichungen vom Durchschnitt einer 30jährigen Referenzperiode berechnet. Diese ist für eine größere geografische Region repräsentativ als die absolute Temperatur. Letztere kann sehr stark durch kleinräumige lokale Verhältnisse beeinflusst sein, während sich in der Anomalie eher das großräumige Wettergeschehen widerspiegelt.

Der einzige August, der wärmer als der diesjährige war, war übrigens der August 2014, der mit einer Anomalie von 0,82 Grad Celsius knapp vorne liegt. Allerdings gab es 2015 schon einige Monate mit noch größeren Anomalien, sodass der August 2015 gerade dem Durchschnitt für die ersten acht Monate des Jahres entspricht. Dieses ist damit auf dem besten Wege, deutlich wärmer als das Vorjahr zu werden, das seinerseits als das bisher wärmste Jahr gilt.

Angesichts des sich offensichtlich sehr stark entwickelnden El Niños im tropischen Pazifik ist es inzwischen sehr wahrscheinlich, dass 2015 einen neuen Rekord aufstellen wird. In einem El-Niño-Jahre sind weite Teile des Pazifiks beiderseits des Äquators überdurchschnittlich warm. In diesem Jahr deutet alles auf ein derart ausgeprägtes El-Niño-Ereignis hin, wie es zuletzt 1997/98 beobachtet wurde. Seinerzeit wurde 1998 dadurch zum bis dahin mit Abstand wärmsten Jahr in der Geschichte der meteorologischen Aufzeichnungen.

Der Höhepunkt des diesjährigen El Niños wird zwischen Oktober und Januar erwartet. Die westlichen Pazifikanrainer, Australien, Indonesien und die Philippinen, müssen in dieser Zeit mit Dürren rechnen, während es auf der anderen Seite des riesigen Ozeans in Peru und den umliegenden Küstenländern, in Gegenden, die sonst extrem trocken sind, zu starken und vermutlich auch zerstörerischen Regenfällen kommen wird.

Meistens kann der El Niño sich bis zum Horn von Afrika und in den Süden des Kontinents bemerkbar machen. Letztere Region muss sich auf ein Niederschlagsdefizit gefasst machen, während es am Horn mehr als sonst regnen wird. Eventuell wird es auch dort ähnlich wie in Peru schwere Unwetter geben.

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