Klimaasyl in Indonesien

Anstieg des Meeresspiegels schneller als prognostiziert

Die bisherigen Prognosen für den Anstieg des Meeresspiegels sind nach oben korrigiert worden. Das IPCC war bisher von einem Anstieg bis zu 59 cm bis Ende dieses Jahrhunderts ausgegangen. Nach neueren Berichten soll jedoch ein Anstieg bis zu 1,10 m wahrscheinlicher sein. Die Auswertung von Satellitenaufnahmen zeige, dass der Anstieg des Meeresspiegels seit 1993 doppelt so stark sei, wie im gesamten 20. Jahrhundert davor. Der indonesische Fischereiminister Freddy Numberi bot an, dass Bewohner der südpazifischen Inseln, die ihre Heimat aufgrund des steigenden Meeresspiegels verlören, auf indonesische Inseln umsiedeln könnten. Die Hälfte der 17.000 Inseln Indonesiens sei ohnehin unbewohnt.

Zwar wird, sollten die Prognosen zutreffen, auch Indonesien bis 2050 etwa 2.000 seiner Inseln durch das steigende Wasser verlieren, doch blieben immer noch austreichend hoch gelegene Gebiete zur Auswahl. Von den südpazifischen Inseln werden Tuvalu und Kiribati voraussichtlich als erste schon in 50 Jahren größtenteils überschwemmt sein. Die Einwohner der papua-neuguineeischen Carteret-Inseln sollen bereits auf das Festland umgesiedelt sein.

Interessenten für das indonesische Angebot könnten neben den Bewohner der Salomonen und Malediven auch die der Marschallinseln sein. Diese werden durch die Folgen des Klimawandels nach den Atombombentests der 40er und 50er Jahre nun zum zweiten Mal innerhalb eines Jahrhunderts Opfer der Politik der Industriestaaten.

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