Klimakrise: Amerikas Wälder brennen immer noch

East Troublesome in Colorado

Auch wenn es hierzulande wenig Medienaufmerksamkeit gibt, machen die Folgen des Klimawandels keine Pause

Alles redet von Corona, worüber man leicht die diversen anderen den Planeten schüttelnden Krisen vergessen könnte. Die sich entfaltende große Wirtschaftskrise zum Beispiel oder die Klimakrise. Gab es da nicht ein paar Waldbrände in Nord- und Südamerika? Lange nichts mehr davon gehört, also alles in Ordnung?

Keineswegs. Die US-Raumfahrtbehörde NASA schaut sich das alles von oben an und schreibt über die Feuer in den Bundesstaaten Kalifornien und Colorado, dass es die größten in deren jeweiliger Geschichte seien.

In Colorado frisst sich unter anderem ein Mitte des Monats ausgebrochenes Feuer, genannt East Troublesome, in die Rocky Mountains. Eine Fläche von 770 Quadratkilometer sei inzwischen verbrannt, das Feuer nur zu 15 Prozent unter Kontrolle.

Mehrere hundert Häuser wurden zerstört, mindestens zwei Menschen starben bisher. Dürre und Borkenkäfer hatten die brennenden Wälder geschwächt, starke Winde haben vor allem am 21. Oktober dafür gesorgt, dass sich die brennende Fläche binnen 24 Stunden mehr als verfünffacht hat.

Der US-Dürremonitor zeigt für ganz Colorado und alle Nachbarstaaten verschiedene Stufen von Dürrebedingungen. Auch in weiten Teilen Kaliforniens herrscht zum Teil erhebliche Trockenheit. Nach einem Bericht der New York Times brennen auch dort noch verschiedene Feuer, von denen einige begünstigt durch die Dürre durch Funkenflug an den Übertragungsleitungen der dortigen Netzgesellschaften entstanden sein könnten.

Derweil gehen am anderen Ende des Doppelkontinents die Brände ebenfalls weiter. Im Westen Argentiniens, in der Provinz Cordoba zum Beispiel.

Dort sei bereits die zehnfache Fläche der Landeshauptstadt Buenos Aires verbrannt, heißt es beim britischen Sender BBC. Als Brandbeschleuniger könnten dort Gesetzesänderungen gewirkt haben, die es künftig erlauben, auf abgebrannten Busch- und Waldflächen zu bauen.

Noch verheerender ist die Situation im Amazonasbecken, wo es 2020 mehr Brände als 2019 gibt, und im südwestbrasilianischen Feuchtgebiet Pantanal. Im brasilianischen Teil des Amazonas werden die Brände oft mutwillig von kriminellen Netzwerken gelegt, die auch vor Mord an Indigenen und Umweltschützern nicht zurückschrecken, wie BBC unter Berufung auf Human Rights Watch berichtet.

Und auch von der anderen Seite der Anden, aus Peru, werden aus der Nähe der alten Inkahauptstadt Cusco Waldbrände gemeldet.