Klimakrise: Arktische Waldbrände schlimmer denn je

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Mehr Treibhausgase im Juni 2019 durch Waldbrände als in den vorhergehenden neun Juni-Monaten zusammen

Die in diesem Jahr besonders intensive arktische Waldbrandsaison hält weiter an. Die britische Zeitung Guardian berichtet, dass in der kanadischen Provinz Alberta eine Fläche von der Größe Luxemburgs brenne. Die meisten Feuer würden allerdings in Alaska und Sibirien lodern. Im nördlichsten US-Bundesstaat habe es in diesem Jahr bereits über 400 Waldbrände gegeben und täglich kämen neue hinzu.

Die Waldbrände verschlimmern die globale Klimakrise in doppelter Hinsicht. Zum einen verbreiten sie Ruß, der sich auf den verbliebenen Schnee- und Eisflächen ablagert und diese damit verdunkelt. Die Folge: Mehr Sonnenstrahlung wird absorbiert, Schnee und Eis stärker erwärmt und somit auch vermehrt dezimiert. Letztlich wird die Erwärmung der Arktis weiter verstärkt.

Zum anderen wird durch die Feuer viel CO2 freigesetzt, dass das wichtigste von Menschen erzeugte Treibhausgas darstellt. Wie die Weltmeteorologieorganisation WMO am Freitag in Genf mitteilte, haben die arktischen Feuer allein im Juni mit 50 Millionen Tonnen so viel Treibhausgase freigesetzt, wie Schweden in einem ganzen Jahr emittiert. Das wäre mehr als in den Juni-Monaten der vergangenen neun Jahre zusammen.

"Norden erwärmt sich mehr als der Rest des Planeten"

Der Norden erwärme sich mehr als der Rest des Planeten, so die Meteorologen, und Wärme und Trockenheit verstärkten die Waldbrände. Der Klimawandel bringe steigende Temperaturen und eine Verschiebung der Niederschlagsgebiete mit sich und vergrößere damit das Waldbrandrisiko und verlängere die Feuersaison.

In den von den Waldbränden betroffenen Region Sibiriens habe die Temperatur im Juni nahezu zehn Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010 gelegen. Die Hitze trockne die Wälder aus und mache sie damit anfälliger für Feuer.

Die Meteorologen verweisen auf eine Studie aus dem US-Fachblatt Proceedings of the National Academy of Science (PNAS). Nach dieser bereits 2013 veröffentlichten Untersuchung brennen die borealen, das heißt, die nördlichen Wälder in der Yukon-Region in Alaska heute öfter als je zuvor in den letzten 10.000 Jahren. Es gebe aber Hinweise, dass sich die Vegetation an die vermehrten Brände anpassen könne.

Derweil fanden am Sonntag im rheinischen Braunkohlerevier, also in Europas größter CO2-Quelle, zwei Protestspaziergänge statt. In Manheim am Hambacher Tagebau und in Keyenburg am Tagebau Garzweiler II, zwei von der Zerstörung bedrohten Dörfern, starteten Demonstranten, um ihre Stimme gegen die Ausweitung der Tagebaue, die Vernichtung der Reste des Hambacher Forstes und die Zwangsumsiedlungen zu erheben.