Klimarechnung geht nur mit menschlichem Faktor auf

Langfristige Temperaturentwicklung in der Arktis und Antarktis liefern weitere Belege für den Einfluss des Menschen auf das Klima

Eine Schlussfolgerung des vierten Berichtes des Weltklimarates zum Klimawandel, erschienen 2007, ist widerlegt. Stellte das IPCC im Frühjahr letzten Jahres noch fest, dass die Antarktis der einzige Kontinent sei, für den noch keine anthropogenen Temperaturänderungen ermittelt werden konnten, so demonstrieren nun ein Wissenschaftler der renommierten Abteilung Klimaforschung der englischen University of East Anglia und Kollegen aus Oxford, dass diese Behauptung nicht länger gültig ist.

In einem aufsehenerregenden Beitrag, der in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature Geoscience veröffentlicht ist, führen Nathan Gillett, D'Aith'a Stone, Peter Scott et al. Den Nachweis, dass die über einen längeren Zeitraum beobachten Temperaturveränderungen in der Arktis und Antarktis "nicht konsistent" erklärt werden können, wenn man ihren Schwankungen ausschließlich natürliche Faktoren zugrundelegt.

Als Grundlage dienen Daten aus einem Dutzend Wetterstationen, die für die Arktis aus einem Zeittraum von Januar 1900 bis Juli 2008 stammen, für die Antarktis von 1950 bis 1999. Die Wissenschaftler versuchten mit vier verschiedenen Computermodellen - "four CMIP3-coupled climate models" (UKMO-HadCM3, PCM, CCSM3 and MIROC3.2(medres)), mehr dazu bei Realclimate.org - die beobachteten Schwankungen zu simulieren. Mit dem Ergebnis, dass nur jene Modellrechnungen konsistent waren und den gemessenen Schwankungen entsprachen, die anthropogene Faktoren (z.B. CO2- und Flourkohlenwasserstoffemissionen) der Erwärmung, die seit längerer Zeit beobachtet wird, mit einbezogen:

"We find that the observed changes in Arctic and Antarctic temperatures are not consistent with internal climate variability or natural climate drivers alone, and are directly attributable to human influence. Our results demonstrate that human activities have already caused significant warming in both polar regions, with likely impacts on polar biology, indigenous communities2, ice-sheet mass balance and global sea level".

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