Klimaschutz rechnet sich nicht

Jedenfalls nicht für Immobilien-Haie

Der Chef der Berliner Wohnungsbaugesellschaft GSW, Thomas Zinnöcker, hat im Interview mit der Berliner Morgenpost erklärt, weshalb Klimaschutz im Kapitalismus so schwierig ist. Die GSW wurde 2004 von SPD und PDS, die angeblich gegen Wohnungsprivatisierungen ist, an Goldman Sachs und Cerberus verhökert. Jetzt macht das Unternehmen nach Zinnöckers Angaben mit seinen rund 75.000 Wohnungen im Jahr 100 Millionen Euro Gewinn (den die öffentliche Hand in Berlin gut gebrauchen könnte, damit nicht so viele Jugendeinrichtungen geschlossen werden müssten. Aber das nur am Rande.)

Gefragt, ob sein Unternehmen gedenkt, etwas für die bessere Isolierung seiner Wohnungen zu unternehmen, antwortet Zinnöcker: "Die energetische Sanierung rechnet sich für uns nicht. Die GSW müsste 950 Millionen Euro investieren, um in ihrem gesamten Bestand das Energieeinsparpotenzial des sogenannten Sieben-Liter-Hauses* zu erreichen. Das können wir gar nicht finanzieren."

Natürlich nicht, denn dann müssten die Eigner für zehn Jahre auf ihren Gewinn verzichten. Wen interessiert da schon, dass mit Gebäudesanierung in Deutschland ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz, zur finanziellen Entlastung der Verbraucher und zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Baugewerbe geleistet werden könnte.

* Gemeint ist der Verbrauch von sieben Litern Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr.