Klimawandel: Die Meere werden lauter

Leidtragende sind auch die Wale.

Zuviel Lärm ist schädlich für Meeressäuger. Von vielen strandenden Walen wird angenommen, dass die Tiere in, von menschlichen Geräuschen überfrachteten, Küstengebieten die Orientierung verloren haben, dieser Zusamenhang könnte in Zukunft noch mehr Auswirkungen haben. Viele Wale nutzen ihre Stimme zur Kommunikation in den Ozeanen, auch über weite Entfernungen. Die Lockrufe der Blauwale sollen über 3.000 km weit tragen, da Wasser den Schall besser leitet als Luft. Für ihre Kommunikation sind die Tiere aber auf eine möglichst lärmfreie Umgebung angeweisen.

Seit den 60er Jahren wird die Schallausbreitung im Meer untersucht, seit den 70er Jahren gibt es systematische Aufzeichnungen der PH-Werte. Forscher am Monterey Bay Aquarium haben nun alte Messreihen über Schallausbreitung und PH-Werte aus den 60er bis 80er Jahren verglichen und daraus ein Modell über den Zusammenhang zwischen PH-Wert-Änderung und Schallausbreitung errechnet. Vor allem die Konzentration von Bohr im Meerwasser ist an der Schallabsorbtion beteiligt, sie sinkt mit dem PH-Wert.

Der Klimarat IPCC geht davon aus, dass das Meer bis 2050 um PH 0,3 sinken wird. Aufgrund des Modells läßt sich daraus eine 10% bessere Schallleitung ableiten. Eine bessere Ausbreitung von Schall bedeutet im Prinzip bessere Kommunikationsbedingungen für die Wale aber eben auch einen um 10 % lauteren Klangteppich aus Sonargeräusche, Explosionen von Ölexplorationen und Motorgeräuschen.

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