Klimawandel: ExxonMobil vor Gericht

Ölraffinerie von Exxon Mobil in Baton Rouge, Louisiana. Bild: WClarke/CC BY-SA-4.0

Seit 40 Jahren oder mehr hat der Konzern vom Zusammenhang zwischen seinem Geschäft und dem Klimawandel gewusst

Seit Dienstag muss sich der Ölkonzern ExxonMobil vor einem Gericht in New York verantworten. Der gleichnamige US-Bundesstaat hat das Unternehmen verklagt. Der Vorwurf: Die Anteilseigner des Unternehmens seien fortgesetzt in Bezug auf die finanziellen Risiken hinters Licht geführt worden, die dem Konzern und damit ihnen durch den Klimawandels drohen.

Drei Jahre hat die New Yorker Generalstaatsanwältin ermittelt, berichtet Inside Climate News. Den Aktienbesitzern sei vorgemacht worden, dass man sich auf die Risiken für das bisherige Geschäftsmodell durch zunehmend strengere Klimaschutzvorschriften vorbereite. Stattdessen habe man jedoch "eine Fassade aufgebaut", die Risiken systematisch unterschätzt und den Aktionären lediglich vorgegaukelt, künftige Gesetzesverschärfungen und ähnliches einkalkuliert zu haben.

Technisch geht es vor allem um die Kosten von CO2-Emissionen. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der Konzern, obwohl anders gegenüber seinen Aktionären kommuniziert, diese nicht ausreichend in seine Kalkulationen einbezogen.

Die Ermittlungen waren vor drei Jahren erst in New York und kurz darauf auch in Massachusetts aufgenommen worden, nach dem durch Zeitungsberichte aufgedeckt worden war, dass ExxonMobil-Wissenschaftler Ende der 1970er/Anfang der 1980er umfangreiche Klimaforschung betrieben hatten.

Schon damals waren sie wie ihre Kollegen an den Universitäten zu dem Schluss gekommen, dass die zunehmenden Emissionen des unter anderem bei der Verbrennung von Erdölprodukten freigesetzten CO2 das Klima verändern werden. Hier verlinkte interne Dokumente des Konzerns belegen den guten internen Kenntnisstand über den Klimawandel und die Warnungen der hauseigenen Wissenschaftler vor den Folgen.

Doch Ende der 1980er, Anfang der 1990er änderte sich die Strategie. ExxonMobil begann – wie andere Konzerne – viel Geld in Lobbyarbeit zu stecken, die einerseits internationale Klimaschutzabkommen verwässern und strengere Gesetze verhindern und andererseits durch massive öffentliche Kampagnen Zweifel an den Fakten und den Klimawissenschaften säen sollte.