Klimawandel: Wärmster November seit Beginn der Aufzeichnungen

Nur in elf Monaten war die globale Mitteltemperatur seit 1880 ähnlich hoch

Mit 0,77 Grad Celsius über dem Mittelwert der Jahre 1951 bis 1980 war der November nach den Berechnungen des Goddard Institute for Space Studies (GISS) der NASA gemeinsam mit dem Oktober 2005 der bisher wärmste Monat im globalen Mittel. Die vom GISS verwendeten Daten reichen bis ins Jahr 1880 zurück. Innerhalb der statistischen Genauigkeit von +- 0,05 Grad Celsius waren ein knappes Dutzend Monate ähnlich warm.

Bis auf den Juni 1998, der in die Zeit des bis dahin stärksten je beobachteten El-Niño fiel, lagen davon alle in diesem oder im letzten Jahrzehnt. Während eines El-Niño-Ereignisses erwärmt sich die Oberfläche des tropischen Pazifiks über das sonst übliche Maß, was auch die globale Durchschnittstemperatur der unteren Atmosphäre nach oben beeinflusst.

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Vergrößern Jahreswerte der globalen Mitteltemperatur. Die statistische Genauigkeit ist mit grünen Balken markiert.Bild: GISS

Insgesamt ist 2013 damit auf dem besten Wege, eines der wärmsten je gemessenen Jahre zu werden. Allerdings kann die globale Mitteltemperatur von Monat zu Monat um bis zu 0,25 Grad Celsius schwanken, daher kann der Dezember den Jahresmittelwert auch noch etwas nach unten drücken.

In den von der Erwärmung besonders stark betroffenen polaren Breiten gibt es nur sehr spärliche Messungen. Das GISS behilft sich, in dem sie die Daten über große Entfernungen interpoliert. Das ist deswegen möglich, weil die Abweichungen von lokalen Monatsdurchschnittstemperatur über große Entfernungen korrelieren. Das unterscheidet die Mittelwerte ganz erheblich von aktuellen Messungen, die meist sehr kleinräumig variieren.

Andere Gruppen, die ebenfalls einen quasi-globalen Mittelwert aus Tausenden von Stationsdaten ermitteln, lassen große Teile der Arktis unberücksichtigt. Wie berichtet (siehe Erwärmungspause fällt aus), haben kürzlich zwei Statistiker und Klimawissenschaftler die Bodentemperatur in den arktischen Regionen anhand von Satellitendaten rekonstruiert und kommen damit zu einem neuen globalen Mittelwert, der ab Beginn des Jahrtausends einen deutlich höheren Anstieg der globalen Temperatur zeigt, als bisher angenommen.

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Vergrößern Die dünne schwarze Linie stellt den Datensatz des Hadley-Centers dar, der die Arktis weitgehend unberücksichtigt lässt, die dicke den neuen Datensatz von Cowtan und Way. Die roten Geraden geben entsprechend den Trend in den jeweiligen Daten wider. Man kann deutlich sehen, dass nach Füllen der polaren Lücken von der Erwärmungs-Pause nichts übrig bleibt.Bild: Kevin Cowtan und Robert G. Way, zusätzliche Materialien
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