Klimawandel keine Frage mehr

Der Deutsche Wetterdienst fordert Anpassung an wärmeres Klima

Quelle: DWD
Quelle: DWD

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Beim Deutschen Wetterdienst (DWD) hat man keinerlei Zweifel, dass der Klimawandel bereits in vollem Gange ist. Das machten die amtlichen Wetterfrösche am Dienstag auf ihrer jährlichen Klima-Pressekonferenz deutlich. In den letzten 100 Jahren ist die globale Jahresmitteltemperatur um gut 0,7 Grad Celsius (°C) gestiegen. In Deutschland waren es sogar 0,9°C (siehe DWD-Grafik). 2007 war in Deutschland mit 9,9°C das zweitwärmste Jahr seit Beginn der deutschen Messreihen 1901. Nach Berechnungen der Meteorologen hat allein das Jahr 2007 für Deutschland den Trend des Anstiegs der Jahresmitteltemperatur seit 1901 von 0,86 auf 0,93 Grad erhöht.

Noch extremer fielen die zwölf Monate von September 2006 bis August 2007 aus. In jedem einzelnen dieser Monate lag die Mitteltemperatur über dem langjährigen Mittelwert für den jeweiligen Monat. Mittelt man über alle zwölf Monate, so ergibt sich eine Jahresmitteltemperatur von 10,7°C, was 2,5°C über dem langjährigen Jahresdurchschnitt. DWD-Präsident Wolfgang Kusch: „Wir alle hatten damit die Gelegenheit, unsere Klimazukunft schon mal live zu erleben. Solche Temperaturen werden Ende des 21. Jahrhunderts in Deutschland die Regel sein.“

„Die Frage nach dem Ja oder Nein des Klimawandels hat sich erledigt“, so Kusch. „Die Veränderung des Klimas ist Teil unseres Alltags. Jetzt kommt es darauf an, alle Kräfte und Erkenntnisse zu bündeln, um die Folgen des Klimawandels in den Griff zu bekommen.“ Für den DWD heißt das neben seinen Aufgaben bei der Wettervorhersage, Datenerfassung und Klimamonitoring auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Behörden des Zivil- und Katastrophenschutzes.

Die könnte in Zukunft auch für den Aufbau eines Hitzewarnsystems wichtig werden. Nach Auswertung regionaler Klimamodelle für Mitteleuropa kommt der DWD nämlich zu dem Schluss, dass hierzulande die Jahresmitteltemperatur, verglichen mit der Periode 1971 bis 2000, bis zum Jahr 2100 zwischen zwei und vier Grad Celsius steigen wird. Eine Folge wird eine deutliche Zunahme der jährlichen Sommertage mit einem Tagesmaximum von mindestens 25°C und der heißen Tage mit mindestens 30°C sein. In einzelnen Regionen könne es sogar zu einer Verdopplung kommen. Kusch: „Wenn es künftig so viel mehr Sommertage und heiße Tage gibt, wird das Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen in Deutschland haben.“

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