Kohle wird rasant teurer

Spotmarktpreise haben sich binnen Jahresfrist verdoppelt

Gegner der eneuerbaren Energien behaupten immer wieder, dass diese die Strompreise in die Höhe treiben würden. Über den Preiseffekt neuer Steinkohlekraftwerke schweigt man hingegen lieber. Ein Blick in die Preisstatistik des Vereins der Kohleimporteure offenbart jedoch, was auf uns zukommen könnte. Demnach sind von Jnauar 2007 bis Januar 2008 die Preise für Kohle an den Spotmärkten von 77,83 US-Dollar pro Tonne auf 150,3 $/t gestiegen. Binnen Jahresfrist muss also, wer sich kurzfristig mit neuem Brennstoff für sein Kraftwerk eindecken muss etwas mehr als das Doppelte hinlegen. Der Preisanstieg hat sich im Sommer 2007 deutlich beschleunigt und hält offenbar bisher sein hohes Tempo: Im Februar 2008 betrug der Preis bereits 160,77 $/t. Über die Ursachen des Anstiegs sagt die Statistik nichts, doch sind sie unschwer zu erraten: Besonders in China, aber auch in Indien und in den USA nimmt der Verbrauch von Kohle für die Stromproduktion stark zu. Auch die wachsende Stahlerzeugung verschlingt mehr zu Koks veredelte Kohle, das Gros der Förderung wandert jedoch in die Kraftwerke der Energieversorger.

Der deutsche Stromkunde merkt von dem Preisanstieg der Kohle bisher wenig, da die Unternehmen über langfristige Lieferverträge verfügen und vom hohen Eurokurs profitieren. Je etwa 14 bis 22 Prozent der deutschen Kohle- und Kokseinfuhren kamen 2007 aus Kolumbien, Australien, Südafrika, der GUS und der EU. Angesichts der großen Nachfrage wird der Preis vermutlich auch in den nächsten Jahren hoch bleiben, sodass Lieferverträge künftig nicht mehr so günstig abgeschlossen werden können. Damit wird sich aller Voraussicht nach das Versprechen der günstigen Strompreise, die die neuen Kohlekraftwerke garantieren würden, in Luft auflösen. Zumal sich der Strom aus Kohlekraftwerken zusätzlich verteuern wird, wenn die viel gepriesene, aber noch nicht einsetzbare CO2-Abscheidetechnik irgendwann ab 2020 eingeführt wird.