Korrupte Politiker unterminieren soziales Vertrauen

Nach einer US-Studie sinkt das allgemeine Vertrauen der Menschen in ihre Mitmenschen, wenn die Zahl der wegen Korruption verurteilten Regierungsangehörigen steigt.

In Staaten, in denen es auch auf der Ebene der Regierung Korruption gibt, schwindet nicht nur das Vertrauen in die Politiker, sondern ganz allgemein in die breite Öffentlichkeit. Das ist das Ergebnis einer Studie des Politikwissenschaftlers Sean Richey von der Georigia State University, die in der Märzausgabe der Zeitschrift American Politics Research erscheinen wird.

Gesellschaften, in denen das Vertrauen höher ist, seien normalerweise effizienter und böten bessere Lebensbedingungen, beispielsweise was die Gleichheit oder das Gesundheitssystem betrifft, so Richey. Forschungsergebnisse hätten auch gezeigt, dass geringere Einkommensungleichheit und Gesetze, die gewerkschaftlichen Aktivitäten großen Freiraum lassen, das soziale Vertrauen stärken.

Richey hat in der Zeit von 2000 bis 2004 die Festnahmen von Regierungsangehörigen in 50 US-Bundesstaaten mit den Daten zum Wählerverhalten, zur politischen Partizipation und zur öffentlichen Meinung verglichen. Bei den Menschen, so das Ergebnis, die in einem Bundesstaat leben, in dem Verurteilungen wegen Korruptionsvergehen zwei Jahre zuvor angestiegen sind, würde allgemein das Vertrauen in die Mitmenschen sinken. Die Menschen würden, so Richey, das nicht vertrauenserweckende Verhalten der Politiker auf alle anderen Menschen übertragen. Das wiederum hieße, dass Politiker hier – siehe FDP und Spenden oder Rent-a-Rüttgers und Rent-a-Tillich – eine wichtige und riskante Vorbildfunktion ausüben.