Kräftiges Wachstum

Windbranche legt trotz Wirtschaftskrise zu

In der deutschen Windkraft-Industrie ist von der Krise nichts zu spüren. 2009, das zeigen die jüngst veröffentlichten Zahlen des Bundesverbandes Windenergie, hat es sogar noch einen Zuwachs an errichteten Anlagen gegeben. 952 Windräder mit einer Leistung von 1917 Megawatt (MW) gingen im vergangenen Jahr ans Netz. Das sind immerhin 15 Prozent mehr als 2008.

Die Zahlen zeigen u.a. auch, dass die durchschnittliche Leistung pro neuer Anlage inzwischen bei etwas über zwei MW liegt. Im Bestand sieht das noch ganz anders aus: Am 31. Dezember standen in Deutschland 21.164 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 25.777 MW, die durchschnittliche Leistung liegt also nur etwas über einem MW. Besonders die älteren Anlagen haben nur eine vergleichsweise geringe Leistung.

Um so wichtiger ist es, dass langsam das sogenannte Repowering, der Ersatz der Altanlagen in Gang kommt, für den der BWE schon seit einiger Zeit wirbt. Dadurch könnte zugleich die Leistung der alten Windparks erheblich erhöht und die Zahl der Anlagen verringert werden, was der "Verspargelung" der Landschaft entgegenwirken würde.

Unter den Herstellern hat vor allem Marktführer Enercon vom Wachstum profitiert. Nach 51,6 Prozent 2008 konnte er sich im vergangenen Jahr 60,4 Prozent aller Aufträge sichern. Die Nummer Zwei auf dem deutschen Markt, Vestas aus Dänemark musste sich hingegen mit einem deutlich verkleinerten Anteil zufrieden geben. 2008 hatte er sich noch 31,6 Prozent vom Kuchen abgeschnitten, 2009 waren es nur noch 19,5 Prozent.

Rekordergebnisse gab es auch in den USA und in China. Für die Volksrepublik schätzen die deutschen Windmüller vom BWE eine neuinstallierte Leistung von 10.000 bis 12.000 MW. Offizielle Zahlen liegen noch nicht vor. Letztes Jahr waren es 6.300 MW gewesen. Sollte sich die BWE-Schätzung als richtig herausstellen, dann hätte China erneut seine Neuinstallationen verdoppelt. Die Regierung in Beijing (Peking) will bis 2020 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 100.000 MW errichtet haben. Bei den derzeitigen Wachstumsraten wird dieses Ziel voraussichtlich deutlich übertroffen werden.

Aus den USA liegen bereits Zahlen der American Wind Energy Association AWEA vor. Demnach wurde dort eine Leistung von 9.922 MW installiert, ein neuer US-Rekord. Insgesamt sind in den USA inzwischen etwas üer 35.000 MW installiert. nach Angaben der AWEA können damit CO2-Emissionen in Höhe von 62 Millionen Tonnen vermieden werden. Der Verband führt das starke Wachstum u.a. auf das Konjunkturprogramm der Regierung zurück, weist aber darauf hin, dass es bei den Herstellern nach wie vor Probleme gibt. Es seien unterm Strich keine neuen Jobs entstanden, sondern sogar einige verloren gegangen, vermutlich, weil die Kapazitäten rascher als die Nachfrage gewachsen war.

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